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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 113

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 113 (sequence 123)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4413-3480557
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wenn es sich um einen Brennpunkt der Kolonisationsfrage handelt, kann sich die Exekutive nicht entschließen, die Tatsachen wahrheitsgemäß wiederzugeben und sie nicht zu entstellen? Es ist dies die Kernfrage. Man kann mit Amerika streiten wie man will, aber man braucht diese Frage der Verwaltung und der Agrarwirtschaft nicht zu einem Parteikampf zu machen. Das ist aber das einzige, wo ich eine Homogenität in der Exekutive entdecke. Sonst kann man sie nirgends entdecken. Nur hier war sie homogen, weil es um einen entscheidenden Wendepunkt in der Kolonisation Palästinas ging, und die Exekutive davon nichts versteht. Geehrter Kongreß! Sie wünschen ein Parlament zu sein. Sie haben vor sich eine sehr große Tagesordnung. Sie werden mir böse sein, wenn ich Ihnen bestreite, daß Sie ein Parlament sind. Seien Sie mir böse, aber glauben Sie mir, daß ich es aufrichtig meine. Die Tagesordnung, die uns hier vorliegt, kann nicht einmal von sachverständigen Leuten, die sich in solche Fragen vertieft haben, in drei Jahren bereinigt werden. Sie, die Sie nicht vorbereitet sind, nicht in Bezug auf technische Kenntnisse und nicht in anderer Beziehung, wollen alle diese Fragen beschließen, weil Sie ein Parlament sind. Seien Sie mir böse. Ich weiß, daß ich mich in einer Sphäre befinde, die einem Vorschlage von mir keine freundliche Aufnahme verspricht. Wissen Sie, wodurch Sie eine Tat für die Zukunft leisten würden? Wenn Sie die ganze Tagesordnung streichen und sich in diesem Kongreß auf folgende Punkte beschränken. Erstens, legale Verhältnisse in unserer Organisation zu schaffen. Ich beschuldige niemanden, an Vielem tragen die Umstände schuld. Das ist eine Pflicht, die Sie zu erfüllen haben, es sieht klein aus, ist aber schwierig. Eine zweite Aufgabe ist: wie bricht man diesen Antagonismus gegen die Reorganisationsbestrebungen unserer Arbeit? Wie schafft man Bahn für die Möglichkeit zur Reorganisierung und nötigen Sanierung und wie beseitigt man die Atmosphäre, die das unmöglich macht? Die dritte Frage ist, wie stellt sich der Kongreß zur Frage der Mitarbeit aller Juden? Wenn Sie die anderen Punkte der Tagesordnung streichen und dann wirklich ein Parlament sind und diese drei Fragen behandeln, so werden Sie — ich bin natürlich der assimilierte Westler — etwas geleistet haben, was ein Kongreß in Wahrheit zu leisten hat. Ich verlange nicht, daß Sie über alle diese Kontroversen, die ich nur gestreift habe, urteilen. Sie sollen sich in diese Fragen nach diesem Kongreß vertiefen, nachdem die Exekutive Ihnen das Material übergeben hat; jetzt ist es leider unmöglich. Wenn Sie eine große Aufgabe erfüllen wollen, wenn Sie Mut haben, werden Sie sich darauf beschränken und nicht in einer Weise verhandeln, die uns eigentlich alle verbittert und — das sage ich Ihnen voraus — tatsächlich zu nichts führen wird. Zum Schlüsse will ich noch etwas über die Verhältnisse in Amerika sagen. Ich glaube, der Präsident der Exekutive hätte nicht nach Amerika gehen sollen, um dort eine Strafexpedition zu leiten, ohne sich vorher mit 8 113

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