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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 112

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 112 (sequence 122)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4412-3480556
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Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Herr de Lieme, ich muß die Versammlung fragen, ob sie damit einverstanden ist, daß Herr de Lieme unbeschränkte Redezeit hat. (Rufe: Ja!) Wer damit einverstanden ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht.) Herr de Lieme hat unbeschränkte Redezeit. Delegierter de Lieme (fortfahrend): Ich danke dem Kongreß, werde aber davon keinen Gebrauch machen. Auf der Londoner Konferenz im Januar 1919 hat ein Agrartechniker ausgerufen: gebt uns das Geld, wir wissen schon, wie wir kolonisieren sollen. Ich habe dagegen gesagt: Ihr wißt technisch nichts in Palästina. Wir haben Versuche gemacht mit Formen der Kolonisation, wir haben es, wie dies im Bericht auseinandergesetzt ist, verkehrt gemacht. Aber wir haben keine technischen Versuche gemacht, die als Grundlage für die agrarische Wirtschaft notwendig sind. Das kommt davon, weil die Techniker nicht von einem Verwalter in der Hand gehalten wurden, der von Zeit zu Zeit geprüft hätte, ob ihre Methoden zu etwas führen oder nicht. Derselbe Techniker hat ein Jahr später erklärt: wir wissen nichts von der Technik, die wir in Palästina nötig haben. Derselbe Techniker hat, wenn wir ihm vorgeworfen haben, daß er so viele Jahre einige Farmen des Jüdischen Nationalfonds in dieser leichtsinnigen Weise geführt hat, uns gesagt: es ist wahr, Sie haben recht, ich habe mich dazu bringen lassen, ich werde es aber nie im Leben mehr tun, ich werde diese Arbeiten nicht mehr durchführen, stecken Sie kein Geld mehr hinein. So geht es mit unseren Technikern. Der Mann ist wenigstens ehrlieh, aber diese Ehrlichkeit kommt zu spät. Das kommt, weil wir keine Verwalter in Palästina haben, die die Sache in der Hand haben und kontrollieren. Ich komme jetzt zu den Versuchsstationen. Was hat der Reorganisationsbericht da vorgeschlagen? Er hat gesagt, die Wegearbeiter, die sich opfern und bereit sind, auch weiterhin große Opfer zu bringen, sollen vorläufig ihre Energie in der extensiven Wirtschaft betätigen, neben der intensiven Wirtschaft, die wir in der Nähe der Städte treiben können. Wir können Palästina nicht mit Gold pflastern. Was sagt dazu die jetzige Exekutive? Gesund in der Theorie und phantastisch in der Praxis. Wir können nicht die Mittellosen zurückweisen und nur die Kapitalisten auswählen. Ich war mit Starrheit geschlagen, als ich diese Entstellung der Exekutive gesehen habe. Wir wollen eine Form der Kolonisation als Zwischenform, solange wir nicht wissen, was wir weiter tun werden: wobei es möglich ist, die Leute jahrelang zu beschäftigen und Ueberschüsse zu erzielen. Wir wollen dann aus diesen Ueberschüssen neue Betriebe aufbauen, nachdem wir mit kleinen Versuchen reüssiert haben. Das ist das System für Leute, die keine Mittel haben. Die jetzige Methode der vollen Ausrüstung („füll equipment") ist eine agrarische Chalukah-Form, — wenn wir unser Material an Menschen ansehen. Es hat nun geheißen: Wir wollen Kapitalisten ansiedeln, aber für die Paupers nichts tun. Hier sehen Sie, auf welche Weise man in einer objektiven Sache gegen uns auftritt. Warum, 112

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