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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 106

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 106 (sequence 116)
Language
German, English, Hebrew
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kleinern und gegenüber der englischen Regierung unsere Forderungen durchsetzen. Beide Sachen zugleich scheinen mir gefährlich. Sowie ich diese Frage aufgeklärt haben möchte, so glaube ich, daß hier — um das nur zu streifen — ein Unterschied zwischen der Brandeisgruppe und Weizmann besteht, wobei ich in diesem Falle dieselbe Auffassung habe wie die Brandeisgruppe. Nicht, daß keine Politik mehr gemacht werden soll! Man muß das so verstehen, daß die Politik jetzt wirklich wieder ein Diplomatisieren wird, daß wir uns aber nur weiter entwickeln können, wenn wir Dinge und Bedingungen in Palästina schaffen, wenn wir gegenüber den Arabern, einer ökonomischen Ueberzeugungspolitik folgen können und wenn wir auf Grund der Dinge in Palästina unsere politischen Rechte weiter entwickeln, so daß das Primäre die ökonomische Politik und nicht das Diplomatisieren ist. Wenn ich die Kontroverse auf diese Weise verstehe, dann sehe ich nicht ein, daß es zwischen diesen beiden Gegensätzen keine Brücke geben soll. Ich glaube, wenn Wreizmann noch einmal überliest, was er früher über diese Politik gesagt hat, so kann er nicht sehr weit von dieser Auffassung stehen. Jetzt will ich zur Palästinaarbeit übergehen. Ueber den Inhalt des Reorganisationsberichtes und das, was darauf geantwortet worden ist, werden Sie sich durch eigenes Studium klar werden, wenn auch erst nach dem Kongresse. Der erste Punkt, den ich zu besprechen habe und wofür dem Kongresse Aktenstücke nicht unterbreitet wurden, ist der Ankauf der Ländereien in Emek Jesreel. Diese Frage ist in erster Reihe eine Frage der Aufrechterhaltung unserer Organisation. Wenn hier ein Paragraph im Organisationsstatut oder im Kongreßstatut geändert werden muß, welcher eine kleine Aenderung in der Reihenfolge der Redner zur Folge hat, so gibt es hier kolossale Debatten und im großen Aktionscomitee werden staatsrechtliche Theorien entwickelt, damit unsere erhabenen habeas corpus-Akte nicht angetastet werden. Wenn es aber zu Machtüberschreitungen kommt, zu Handlungen aus eigener Machtvollkommenheit, haben wir diese Debatten nicht, sondern Applaus und Vertrauensvoten. So war es immer, so ist es jetzt und so wird es auch weitergehen mit Hilfe dieser Exekutive. Ussischkin hat zu wiederholten Malen öffentlich erklärt, nicht allein, daß er diese Machtüberschreitungen getan hätte, sondern daß er sie nötigenfalls immer wieder zu tun bereit sei. Und da denken Sie natürlich: ein wie starker Mann ist das! Aber das ist im Grunde seine Schwäche. Seine Schwäche ist, daß er es immer wieder tut und seine starke Seite ist, daß er weiß, daß Sie noch schwächer sind. (Heiterkeit.) Der Kongreß vergleicht sich gern einem Parlament. Ich werde dies nicht tun, ich werde nachher sagen, warum das nicht möglich ist. Aber wissen Sie, daß Parlamente und ganze Völker in Aufruhr gekommen sind, wenn ein Tyrann so zu ihnen gesprochen hat: ich habe die Konstitution vergewaltigt, ich habe die Institutionen nicht aufrechterhalten und das nächste Mal werde ich es wieder tun. (Beifall.) Hier wird dies von jemandem gemacht, der durch Ihre Körperschaft gewählt worden ist. Man spricht so viel von „aufgezwungen" in der Bewegung. Da muß ich sagen: wenn einer dieser Exekutive aufgezwungen war, so war 106

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