Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 115)
- Language
- German, English, Hebrew
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uns nicht. Wir, die aus westlichen Staaten kommen, kennen die Argumente Chauvinismus, Imperialismus, Militarismus; aber mich interessiert, politisch gesprochen, daß man von zionistischer Seite in die Oeffentlichkeit das Argument gebracht hat, daß der englische Taxpayer nicht zahlen will, daß wir ihn daher entlasten und ihm entgegenkommen müssen. Ein Entgegenkommen gegen diese Psychologie ist gefährlicher als das ganze Regiment selbst; das wird uns auf die Dauer in eine so schiefe Ebene bringen, daß wir es niemals werden überwinden können. Es ist also diese ganze Frage nur eine Frage der Subvention an die englische Armee. Ich habe eigentlich Ussischkin wegen verschiedener Antworten, die er gegeben hat, viele Vorwürfe zu machen. Aber das verstehe ich, wenn ich auch bedauere, daß er.es getan hat. Aber einen Vorwurf kann ich ihm nicht ersparen, den ich ihm auch persönlich gemacht habe. Ich nehme ihm übel, daß er gegen das Regiment Reden schwingt, daß er so tut, als ob er ein harter, eiserner Gegner des Regiments wäre, aber trotzdem in diesem Ministerium sitzt. Das nehme ich ihm übel. Wir möchten auch von der Leitung hören, wieviel diese Subvention an die englische Armee uns kosten wird. Anfänglich sollten es 45 000 Pfund pro Jahr sein, jetzt höre ich von 150 000 Pfund. Aber ich möchte es von der Leitung wissen: Ist das so? Das würde eine große Opferwilligkeit von den Landsmannschaften erfordern. Dann müßten wir dreimal soviel für den Keren Hajessod aufbringen, um das bestreiten zu können, und daher glaube ich mit dem Weizmann von früher, daß wir zur Schaffung von Bedingungen nach Palästina kommen müssen. Ein zweiter Punkt ist die arabische Politik. Auch hier wieder habe ich einige Fragen an die Leitung zu richten. Als Geschäftsmann frage ich zunächst: wieviel kostet uns die Geschichte? Zweitens, schaffen wir uns hier keine zweite Konstantinopler Vertretung? Haben wir nicht schon arabische Politik mit Feisal geführt und was war die Folge? Wir machen keine arabische Politik, um einen Politiker beschäftigen zu können. Wir müssen die Richtlinien dafür und die Mittel dazu geben. Die Sache ist nun nach den verschiedensten „Sachverständigen" folgende: Es gibt eine kleine Gruppe von Arabern, die nationalistisch sind; es gibt große Gruppen, die nicht diese Auffassung haben, aber mitgeschleppt werden. Wie wird nun die Politik mit diesen Arabern sein? Hier fürchte ich eine Sache. Mit der kleinen Gruppe werden wir uns nie verständigen. Die wollen das Umgekehrte von dem, was wir wollen. Wir wollen, daß Palästina so jüdisch sei, wie England englisch ist, und die wollen, Palästina soll arabisch sein, wie England englisch ist, und sie haben den Vorteil, daß ein Teil Palästinas schon arabisch ist. Darüber gibt es keine Verständigung. Aber wenn wir versuchen, uns mit diesen Leuten zu verständigen, so fürchte ich — und darauf möchte ich hinweisen, vielleicht bekommen wir eine beruhigende Erklärung — daß wir, um uns mit diesen Leuten zu verstehen, unser Streben herabdrücken werden, damit die Leute damit einverstanden sind. An und für sich möchte ich das bedauern und dann würde dies uns noch mehr gegenüber der englischen Regierung in London und Palästina schwächen. Wir können nicht gegenüber den Arabern unser Streben ver- 105