Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 117)
- Language
- German, English, Hebrew
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es Ussischkin. in normalen Zeiten hätte niemand daran gedacht, Ussischkin die Leitung der Palästinaarbeit zu tibergeben; er hat zwar eine Vergangenheit, aber gerade deshalb, weil er diese Vergangenheit in der Palästinaarbeit hat. Nun könnte ich über die Fehler dieses Ankaufes sprechen, über nicht erfüllte Bedingungen, über die Preise — die Regierung erkennt nur zwei Pfund weniger an pro Dunam als wir es getan haben — ich könnte sprechen über nationale Bodenpolitik und Spekulation im allgemeinen. Ich bin dazu nicht imstande, weil die betreffenden Aktenstücke Ihnen vorenthalten wurden. Wenn die Exekutive Ihnen diese Stücke unterbreitet hätte, so würde man eingehend über die wichtige Frage sprechen können, ob wir städtische Bodenpolitik betreiben sollen. Wenn wir städtische Bodenpolitik treiben wollen, so ist die Frage nicht, wie viel Boden wir haben. Der Unterschied zwischen der Exekutive und uns ist, daß sie große Reden schwingt über die Eroberung Jerusalems, was alle Leute in Aufruhr bringt, während ich eine nationale Bodenpolitik führen will, die besser zum Ziele führt und von der die Einwohner Vorteile haben. (Unruhe.) Wie kommt es, verehrter Kongreß, daß solche Sachen in unserer Bewegung möglich sind und daß Sie in einigen Stunden wieder ein Vertrauensvotum und Dankesvotum annehmen werden? Wie kommt es, daß das alles im Direktorium des Jüdischen Nationalfonds möglich ist? Das kommt davon, weil Leute als Funktionäre gewählt werden, wenn sie innerpolitisch reif sind, aber ohne Verständnis für die Aufgaben, die zu erfüllen sind. Im Direktorium des Nationalfonds sitzen Leute, die gegen das Prinzip des Jüdischen Nationalfonds sind, sitzen Leute, bei denen zuerst die Spekulation kommt und dann kommt der Jüdische Nationalfonds an die Reihe, um mitzukaufen. (Lebhafte Zwischenrufe. — Rufe: Namen nennen!) Vizepräsident Motzkin: Ich bitte, meine Herren, um Ruhe, Herr de Lieme will vielleicht Namen nennen. (Fortgesetzte lebhafte Zwischenrufe.) Delegierter de Lieme (fortfahrend): Herr Goldberg, Sie werden befriedigt werden, ich werde auch Ihren Namen beim Direktorium des Nationalfonds einreichen. (Zwischenrufe.) Verehrter Kongreß! Sie müssen mir Ruhe geben, es ist eine sehr schwierige Aufgabe. Meine Bemerkungen zur Arbeit in Palästina möchte ich mit der Immigration anfangen. Ich sehe noch nicht die Verwirklichung der Massenimmigration der neuen Exekutive; das war doch die Plattform, mit welcher diese Leute gegen uns aufgetreten sind. Ich hatte darüber einige Ausführungen vorbereitet, da mich aber der Herr Vorsitzende gebeten hat, mich kurz zu fassen, will ich sie übergehen. Man hat versucht, aus der Schulfrage eine Kulturfrage zu machen: Schulen schließen, Schulen offen halten, gegen oder für die Kultur. Unsere Kritik geht nur auf die Geldbeschaffung für diese Schulen. Unsere Kritik 107