Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 100

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 100 (sequence 110)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4400-3480544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ständig versagt haben, nicht nur jetzt, sondern auch schon vor dem Kriege. Es ist aber kennzeichnend für eine Exekutive, daß sie solche Aussprüche über ihre früheren Kollegen macht. Ich kann mir nicht helfen: die ganze Geschichte ist mir schrecklich widerwärtig und Sie wissen nicht, wie dankbar ich den Amerikanern bin, daß sie das Statement und die Dokumente veröffentlicht haben, so daß wir darüber nicht noch mehr zu sprechen brauchen. Aber einige Berichtigungen muß ich doch als Einleitung geben, ehe ich zu den andern Sachen übergehe. Es wird da ein Feuilleton geschrieben über unsere Tätigkeit beim Keren Hajessod. Es ist nicht schön, was man dort liest, aber es ist auch nicht wahr. „Die Keren Hajessodgruppe sollte geleitet werden von Männern, die am meisten dazu geeignet waren." Ich verstehe nicht, wie die Exekutive dies jetzt noch schreiben kann nach den Fehlschlägen der Leitung des Keren Hajessod und zwar nicht allein in Amerika, sondern speziell in England. Gouverner c'est prevoir. Es ist nicht Führen, nicht Leiten, nicht Regieren, wenn man Verhältnisse sich entwickeln, Umstände entstehen läßt und dann dagegen revoltiert. Man muß eben sorgen, daß solche Umstände nicht eintreten. Und, hochgeehrter Kongreß, daß wir kein Geld hatten, kam daher, weil die Aktion des Präparations- und Restaurationsfonds zu früh abgebrochen wurde, weil plötzlich einige Personen eine neue Idee über Keren Hajessod lanzierten und dabei den ganzen Sammelapparat der Bewegung zerstörten. Die Bewegung war so in Verwirrung geraten und diese dumme Broschüre, die die Leute geschrieben haben, die diese Aufgabe nicht in ein System bringen konnten, wirkte so unglücklich, daß die einzige Quelle des Einkommens versiegte. Ich sage nie etwas nachher, um nachzuweisen, daß es so hätte sein sollen; aber ich berufe mich auf die Exekutive, daß ich sie schon vor der Jahreskonferenz (als ich noch kein Mitglied der Exekutive war) wiederholt und nicht allein in diesem Fall gewarnt habe, daß auf diese Weise chaotische, anarchische Zustände entstehen und die Geldquellen versiegen werden, ohne daß wir neue schaffen können. Es ist nicht wahr, daß wir vor die Wahl gestellt wurden, selbst Kandidaten für die Leitung des Keren Hajessod zu ernennen. Wahrscheinlich wird sich Prof. Weizmann erinnern, daß ich ihm als meine persönliche Meinung vorgetragen habe, daß die Zentrale in London nichts anderes zu sein braucht als ein sehr kleiner Apparat, und vielleicht erinnert er sich, daß ich nachgegeben habe, weil er meinte, daß zwei Herren, welche unsere Arbeit sabotierten, nichtsdestoweniger in der Keren Hajessod-Leitung seines Erachtens unentbehrlich wären, weil sie allein nach seiner Meinung in Amerika außerhalb der Zionistischen Organisation, nur bei reichen russischen Juden, 10 Millionen Dollar in kurzer Zeit aufbringen könnten. Vielleicht erinnert er sich noch, daß ich ihm vorgeschlagen und nachher noch darüber geschrieben habe, daß diese Herren Proben ihrer Fähigkeit bei den reichen russischen Juden in einigen europäischen Ländern ablegen sollten, da es doch dieselben guten Juden sind, in Paris und Skandinavien z. B., wie in Amerika. Bis nun habe ich die 10 Millionen Dollar noch nicht gesehen und ich möchte darauf verweisen, und vielleicht wird Herr Weiz- 100

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.