Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 109)
- Language
- German, English, Hebrew
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als kennzeichnend für die Weise, wie diese Exekutive ihre Aufgabe erfüllt, daß sie öffentlich Stellung nimmt zu verschiedenen Fragen — ich werde das noch weiter entwickeln — es aber unterläßt, die ganze Bewegung über die Tatsachen zu informieren, und, wenn auf der andern Seite die Sache von Gegnern der Leitung dem Publikum unterbreitet wird, dann erst sagt, die Sache ist nicht so und dadurch die Frage verwickelt. Ich erinnere daran, daß die Leitung immer nur dialektisch Stellung nimmt, niemals positiv, nur wenn ein anderer gezwungen ist, zu sprechen, dann „Ipcha Mistavra". Nun möchte ich doch gern, damit kein Mißverständnis entsteht, erklären, warum ich auch viel über meine Person sprechen muß, was nicht meine Gewohnheit ist. Es geschieht nicht aus Mißstimmung, daß ich spreche. Ich habe nicht die Ehre gesucht, Mitglied einer Exekutive zu sein, ich habe es auch nicht als eine Ehre empfunden. Für mich war nur eine Frage entscheidend, als mir berichtet worden ist — ich war selbst bei dieser Jahres-Konferenz nicht mehr anwesend — daß ich in die Exekutive ernannt worden bin, und zwar die Frage, ob es meine Pflicht ist, diese schweren Opfer zu bringen, die die Zeit fordert. Es mag wahr sein, daß meine Autorität, die ich gar nicht beanspruche, nicht reif genug ist, daß ich nicht genug Ansehen habe, um in eine Exekutive unter normalen Umständen gewählt zu werden. Ich gebe das selbst persönlich zu, aber ich will dazu etwas erklären. Das trifft zu, weil — und wir werden noch weiter sehen, wozu uns das geführt hat und noch weiter führen wird — bei uns in normalen Verhältnissen die Ernennung in die verschiedenen Parteiorgane und Funktionen auch nur nach dem Gesichtspunkte vorgenommen wird, ob jemand nach innerparteipolitischen Verhältnissen reif ist, in solche Organe aufgenommen zu wrerden und ganz abgesehen von der Auffassung, die er hat, über die wichtigste Frage des Aufbaues z. B., und von seinen anderen Qualitäten. Ich gebe dies also für mich in dieser Richtung zu. Aber es hat mich, der ich schon seit Jahren mit Herrn Simon freundschaftlich zusammenarbeite und weiß, wie er in der Bewegung geschätzt worden ist und welche Position er schon in früheren Kongressen eingenommen hat, verletzt, von ihm mit mir zusammen zu lesen, daß unsere Autorität nicht reif war, in die Exekutive aufgenommen zu werden, und ich muß sagen, es war nicht allein verletzend — das ist bei mir nicht überwiegend, weil ich genug Humor habe, um auch die humoristische Seite der Frage zu sehen — aber es kam mir etwas lächerlich vor, wenn ich im selben Statement, wo zu lesen ist, daß unsere Autorität ungenügend ist, las, wer unsere Nachfolger waren: Herr Cowen, Lichtheim, Jabotinsky und E d e r — Eder schreibt man: E, d, e, r (Heiterkeit). Wenn Sie die Exekutive unserer Organisation nur mit Personen ausfüllen werden, deren Autorität reif genug für die innerpolitischen Verhältnisse ist, d. h. wenn wir zum System der Sächsischen Straße zurückkehren, wenn Sie das tun wollen, seien Sie sich darüber klar, daß Sie niemals die Leute für unsere Arbeit finden werden, die für den Aufbau in Palästina nötig sind, wo gerade diese Kreise voll- 7* 99