Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 92 (sequence 102)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4392-3480536
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zweckwidrig verwenden. Das kann aber doch kein Programmpunkt werden! Diese Anschauungen vom zukünftigen Charakter der Zionistischen Organisation haben auch M a c k und seine Freunde und sie haben — wie wir jetzt wissen — den Bruch herbeigeführt. Der Keren Hajessod war der äußere Vorwand. Jetzt wissen wir auch, warum Dr. W e i z m a n n den durchaus konstitutionellen Vorschlag Macks zurückwies, die endgültige Entscheidung über die Form, unter der der Keren Hajessod in Amerika arbeiten soll, dem Kongreß zu überlassen. Dieser Bruch ist ein sehr ernster. Im Augenblicke, da wir versuchen, die Organisation zu erweitern und alle tüchtigen Kräfte zu sammeln, berauben wir uns der Kräfte, die zu unseren tüchtigsten zählen. Denn — was das Aufbauwerk selbst anlangt, ich komme noch auf die Organisation der Kräfte zurück — für das Aufbauwerk selbst ist Brandeis einfach unersetzlich in seinem klaren, konsequenten, konstruktiven Denken, in seiner Fähigkeit, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen; sind Mack und manche andere (z. B. S z o 1 d, den ich bei der Arbeit sah) einer der schwersten Verluste, die uns treffen konnten. So viel zu den Fähigkeiten der amerikanischen Führer, eine führende Rolle beim Aufbauwerk zu spielen. Was meine Meinung über ihre Fähigkeiten anlangt, die Organisierung der Kräfte herbeizuführen, so werde ich am besten das wiederholen, was ich dem großen A. C. nach meiner Rückkehr aus Amerika berichtete. Ich sagte damals: der amerikanische Zionismus ist jung. Er ist so alt als der Brandeissche Zionismus. Zuvor gab es keine Zionistische Organisation in Amerika, die diesen Namen verdiente. (Widerspruch.) Präsident Sokolow: Ich bitte, nicht zu unterbrechen, Sie werden Gelegenheit haben, das Wort zu ergreifen. Herr Simon, ich bitte, wollen Sie fortfahren. Julius Simon (fortfahrend): Dr. Weizmanns diplomatische Erfolge und der Versuch, sie bis zum Aeußersten auszunützen, das Geld zu schaffen, um die Bewegung durch den Krieg durchzuhalten, ließ nicht zu, daß sich die amerikanische Landsmannschaft innerlich festigte. Die Erziehung der Massen wurde vernachlässigt. (Rufe: von wem?) Von der zionistischen Leitung in Amerika. Das war mein Bericht. Ich habe auch damals wie nachher im Reorganisationsbericht keinen Parteibericht gegeben. Ich habe gesagt, was ich für richtig hielt. (Zwischenrufe.) Ich sagte, daß die Erziehung der Massen vernachlässigt wurde. Ich sagte, daß die Gegnerschaft der führenden Juden Amerikas mit Mitteln zu brechen gesucht wurde, die auf dem Boden der amerikanischen Parteipolitik gewachsen waren und die daher das entgegengesetzte Resultat hatten. Der gesellschaftliche Ehrgeiz der reichen russischen Juden, der sich nach der antizionistischen jüdischen Oberschicht richtete, blieb stärker als die Tradition, die diese Kreise noch kurz zuvor im Ghetto heilig hielten. Aber doch entwickelte sich, wenn auch langsam, eine Kerntruppe um den Führer. Sie 92

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.