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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 90

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 90 (sequence 100)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4390-3480534
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diesen Plan zum Erfolg zu führen, daß aber Dr. Weizmann den Plan im Keim erstickte. Das offizielle Dokument der Exekutive erklärt und erhärtet diese Erklärung durch das Zeugnis eines der nächst Beteiligten, Sir Alfred Mond, daß kein Plan durch Dr. Weizmann zerstört werden konnte, weil kein Plan bestand. Und damit endet dieser Teil der Frage für den Kongreß. Die Gründe, warum Dr. Weizmann ohne Wissen von Brandeis in den Gang der Verhandlungen eingriff, statt Brandeis die Gelegenheit zu lassen, die Verhandlungen, die in voller Kenntnis von Dr. Weizmann geführt wurden, zu Ende zu führen, mit positivem oder negativem Resultat, sind noch nicht aufgeklärt. Warum griff Dr. Weizmann ein, wenn er an die Durchführung des Planes nicht glaubte, statt Brandeis mit der ganzen Verantwortung des Fehlschlages zu belasten? Diese Tatsache ist zwar von erheblicher psychologischer Bedeutung für die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den beiden Männern gewesen; aber der Kongreß kann sich darauf nicht einlassen. Worauf es hier ankommt, ist, daß sich der Kongreß darüber klar zu werden versucht, ob der Weg, den Brandeis gehen wollte, ein guter Weg war. Denn die Durchführung eines solchen Planes hängt ja nicht von der zufälligen Tatsache ab, daß eine der in Aussicht genommenen Persönlichkeiten, nämlich Sir Alfred Mond, sich gegenwärtig außerstande sah, in die Kombination einzutreten aus Gründen, die nichts mit dem Problem selbst zu tun haben. Die Zionistische Exekutive betrachtet den Weg als keinen guten Weg. Sie will, daß die Zionistische Organisation, gemessen an der Aufgabe, die uns bevorsteht, die Zwerg-Organisation bleibt, die sie bisher gewesen ist. Sie will jenen Juden, die noch außerhalb der Organisation stehen, die aber am Aufbau des nationalen Heims für das jüdische Volk mitarbeiten wollen, nicht die Tore der Organisation öffnen, sondern: diejenigen des Keren Hajessod. Dabei entzieht sie gleichzeitig dem Keren Hajessod einen wichtigen Teil der ihm zugedachten Funktionen, nämlich die Gelder, die für ökonomische produktive Zwecke bestimmt sind; nicht aber, daß sie diese Funktionen der Zionischen Organisation vorbehält, sondern einer dritten, von der Zionistischen Organisation völlig unabhängigen Körperschaft, dem Economic Board. Welche dilletantische Behandlung einer so ernsten Angelegenheit! Im gleichen Augenblick, da die Zionistische Organisation sich entschließt, einen einzigen ausschließlichen Fond zu schaffen, den Keren Hajessod, im Augenblick also, da sie ohne Keren Hajessod arm ist wie eine Kirchenmaus, in diesem Augenblick ist sie bereit, den Keren Hajessod — den Staatsschatz, wie ihn unsere Propagandisten mit ihrer ausschweifenden Phantasie zu nennen pflegen — lieber den andern auszuliefern, als die andern in die Zionistische Organisation aufzunehmen. Man täusche sich darüber nicht, daß es entweder ums Ausliefern geht oder der Versuch, Nichtzionisten für ihre Beiträge mit Scheinrechten abzufinden, kläglich mißlingen muß. Haben wir doch den Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Wir werden nicht alle positiven Kräfte im Zionismus vereinigen, wenn wir nicht die Tore der Organisation viel weiter öffnen als wir bisher gewillt waren. (Großer 90

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