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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 85

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 85 (sequence 95)
Language
German, English, Hebrew
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er sich selbst zu nahe tritt, wenn er diese Darstellung vom bedrohten Kapitol zuläßt, das N a i d i t s c h und Zlatopolsky und ihre Freunde glaubten retten zu müssen. Er war doch führendes Mitglied der Exekutive. Wir waren immer bestrebt, Dr. Weizmanns schwierige, verantwortungsvolle Stellung zu schützen, wo immer wir konnten, selbst gegen den größten Feind, den Dr. Weizmann manchmal hat: Dr. Weizmann selbst. Die Wahrheit ist, daß diese Herren auch Dr. Weizmann nicht trauten, bis er ihnen in Amerika den Nachweis lieferte, daß er ihres Vertrauens würdig sei. Auch ich (entschuldigen Sie, daß ich für diesmal immer wieder in das mir ungewohnte „ich" verfalle; die mich kennen, wissen, wie fern mir das liegt), auch ich war der Herren Vertrauter und Freund — bis zu jenem Augenblick, wo ich die Formen der Arbeit der Exekutive zu ändern begann. N a i - d i t s c h und Zlatopolsky bestanden noch auf der Jahreskomerenz darauf, daß ich Vorsitzender der Finanzkommission werde, jener Kommission, welche die Keren Hajessod-Resolution zu formulieren hatte. Damals war noch nichts von Mißtrauen gegen mich in ihrer Brust: damals dachten sie wohl noch: „Der Führer absolut — wenn er unseren Willen tut". Es ist richtig, daß der Seniorenkonvent die Exekutive in der Form, wie sie nachher zustande kam, nicht wählen wollte. Aber nicht, weil man gegen de Lieme und mich war, sondern weil man noch für viele andere war. — Der erste Entrüstungssturm, der über uns wehte, entstand aus der Tatsache, daß die neue Exekutive ihre Freunde von den Beratungen ausschloß. Und während ich zuvor die Organisation der Arbeit im Keren Hajessod in voller Einmütigkeit mit Naiditsch, Zlatopolsky und Feiwel beraten hatte, brach kurz darauf der Kampf los. Ich sagte zu meinem alten Freund Feiwel, zu Naiditsch und Zlatopolsky, daß sie sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren hätten: den Keren Hajessod zu schaffen. Es ist eine demagogische Fälschung der Tatsachen, wenn man sagt, daß ich den Keren Hajessod hätte an der Arbeit hindern wollen. Was die Herren in ganz klaren Worten verlangten und was das offizielle Dokument der Zionistischen Exekutive noch unterstreicht, war: Macht über die Exekutive zu erlangen. Es ist nicht wahr, daß man von uns irgendwelche Zusicherungen zur Ergänzung der Exekutive bei dem nächsten Aktionskomitee verlangte; wahr ist vielmehr, daß man zuerst das Kontrollrecht des Keren Hajessod über die Exekutive verlangte und nachher einen Delegierten i n der Exekutive. Und als wir das verweigerten und die Herren ans Große Aktionskomitee verwiesen — wir, nicht sie — drohten sie mit Demission. ' Damals, anfangs September 1920, während ich krank in Holland lag, schrieb ich an die Herren wie folgt: An Z1 a t o p o 1 s k 3' (liest): „Nun komme ich zu den Gründen Ihrer Demission. Sie schreiben: „„Wir können nicht so weit untergeordnet bleiben, daß wir Ihnen jede Publikation vor der Veröffentlichung zur Genehmigung vorlegen und wir können auch nicht darauf eingehen, eine bloße Geldsammelstelle zu 85

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