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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 84

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 84 (sequence 94)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4384-3480528
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Wirtschaftspolitik der Zionistischen Organisation zu leiten berufen sind. S i e gehören in die Zionistische Exekutive und in die Institute der Bewegung als Governors. Dazu genügt eine beschränkte Zahl, an die wir aber die höchsten Anforderungen an Urteilskraft, Furchtlosigkeit, Systematik, ökonomischer Schulung stellen müssen. Und nun will ich Ihnen von meinen Erfahrungen erzählen. Als ich im Herbst 1918 nach London kam, fand ich Dr. W eizm ann und Sokolow, die de facto die Exekutive der Zionistischen Organisation bildeten. Sie forderten mich zur Mitarbeit in der Exekutive auf. Dann kam Jacobson. Er war schon de jure Mitglied der Exekutive. Er wurde es natürlich de facto. Ebenso Dr. L e w i n. Dann kam Boris G o 1 d b e r g. Auch er ward Mitglied der Exekutive. Dann Dr. F e i w e 1, er, wie ich betone, auf dringendes Ersuchen. Er wurde Mitglied der Exekutive. Dann Berlin, Mitglied der Exekutive. Dann I d e 1 s o h n , Mitglied der Exekutive. Dann zeitweise Ussischkin, Mitglied der Exekutive. Dann N a i d i t s c h , Mitglied der Exekutive. Dann Zlatopolsky. Er war kein Mitglied der Exekutive, er ward nur zur Teilnahme an den Sitzungen der Exekutive eingeladen, wie R o s o f f. Dann Dr. H a n t k e. Mehr sind nicht gekommen. Daher war die Exekutive nicht so zahlreich, wie es manche unserer Demokraten, für welche Demokratie in ideeller Konkurrenz steht zur Arithmetik, als notwendig erachteten. W e i z m a n n war zumeist in Paris oder in Palästina oder auf dem Sprung dahin. Sokolow war in Paris. Dort gab es auch ein Comite. Man hielt dort Sitzungen ab. So zum Beispiel wurde in zehn Sitzungen die Frage von Einwanderungshallen in Palästina diskutiert. Wir andern hielten in London Sitzungen ab. Viel mehr ist nicht zu sagen. Die Protokolle sind nachzulesen. Jeder war so ausreichend damit beschäftigt, Fehler des andern zu verhindern. Schöpferisches konnte nur getan oder gedacht werden, wenn man bereit war, die Sünde gegen den heiligen Geist der Demokratie zu begehen und das Kollegium beiseite zu schieben. Ich handelte so zum Beispiel beim Samuel-Komitee und seinen Subkomitees. Ich weiß nicht, wie es die anderen taten. Als ich daher in jenen kritischen Tagen des Juli 1920 am Ende der Jahreskonferenz meine Bereitwilligkeit erklärte, in die Exekutive einzutreten, nahm ich mir als erstes vor, mit diesem System zu brechen. Mitarbeiter sollten nach ihren Fähigkeiten gewählt werden und für solche Posten, welche die verantwortliche Leitung für geeignet hielt. Und daraus entstand die Situation, welche mit De Liemes und meinem Rücktrit endete. Daraus und aus nichts anderem. Alles, was das offizielle Memorandum der Exekutive darüber jetzt zu erzählen weiß, die ganze Szenerie: auf der einen Seite die Initiatoren des Keren Hajessod als hochgesinnte strenge Römer, ihr Gesicht schmerzlich in die Toga gehüllt, entschlossen, die bedrohte zionistische Republik gegen den Tyrannen zu schützen, auf der andern Seite diese gleichen Initiatoren des Keren Hajessod, keine unbedingten Römer mehr, sondern leichtherzig bemüht, den Einfluß der Zionistischen Exekutive zu schwächen, um Nichtzionisten den Einfluß zu erleichtern, das alles ist cura posterior, ad usum delphini, nachträglich zurechtgemacht. Fühlt Dr. W e i z m a n n nicht, wie 84

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