Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 87)
- Language
- German, English, Hebrew
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chemische Analyse verloren, auszufinden, wieviel Prozent Zionismus in dem einen oder andern unter uns ist. Noch war die Unterscheidung nicht ersonnen zwischen geistigem und geschäftlichem Zionismus. Noch war ich nicht als amerikanischer Söldling gebrandmarkt, der dem Befehl finsterer Gewalten gehorcht, das Vorhandene zu zerstören. Kurz, noch wäre die Atmosphäre nicht vergiftet gewesen wie ein Jahr später. Genug, ich ging nicht und ich trage die Verantwortung dafür. Und die wichtigste Erkenntnis, die ich aus dieser Unterlassungssünde gewonnen habe, ist, daß Palästina von London aus nicht gemacht werden kann. (Starker Beifall.) Nun zum Bericht der Reorganisationskommission, von dem ich mich wundere, daß ihn die Exekutive nicht hier vorgelegt hat. Ich muß in erster Linie feststellen, daß die Uebersetzung ins Deutsche einige sinnstörende Druckfehler enthält. Maßgebend ist das englische Original. Ich bedauere, daß man versucht hat, den Bericht zu diskreditieren, noch ehe er bekannt war, wie man versucht hatte, unsere Untersuchungen zu diskreditieren, ehe sie stattfanden, wie man versuchte, Sensationsberichte über die Haltung des Jischub uns gegenüber zu verbreiten, die nichts mit den Tatsachen zu tun hatten. Vor allem aber bedauere ich, daß die Exekutive den Bericht nicht sofort veröffentlichte, als er ihr ausgehändigt wurde. Wäre das geschehen, hätte die Exekutive den Bericht ihrer Kommission veröffentlicht, statt erst Gutachten über den Bericht zu sammeln, dann hätte vermieden werden können, daß die Amerikanische Organisation den Bericht als erste herausgab und damit die Gefahr heraufbeschwor, daß er in anderem Geist gelesen wird, als er geschrieben wurde. Geschrieben wurde er nicht als der Bericht einer Partei im Zionismus, die Steine zusammenträgt, um eine andere Partei damit zu vernichten, sondern aus dem ehrlichen Bestreben, alle bisherigen Fehler aufzufinden, um sie in Zukunft zu vermeiden und aus der Kritik ein konstruktives Programm zu formen. Man fand den Bericht lieblos geschrieben. Es ist wahr, wir haben die Dinge nicht schöner gefärbt, als wir sie sahen. Man fand, daß wir nicht genügend den Gründen nachspürten, die das negative Resultat in Palästina bewirkten. Es ist wahr, wir haben nicht versucht, eine psychologische Studie über die Palästinaarbeit zu schreiben. Aber wir beharren dabei: es sind die Tatsachen objektiv gesehen, die wir berichteten. Es ist Sache der Organisation, zu entscheiden, ob das der Weg ist zum Aufbau des Landes. Zum Bericht haben sich bisher vier Personen direkt geäußert und ein Kollegium zu einem Abschnitt des Berichtes indirekt. Von den direkten Erklärungen wird der Kongreß in erster Linie an den Antworten Ussischkins und Ruppins interessiert sein, die Mitglieder der Exekutive sind. Zuvor ein Wort zu der indirekten Antwort auf einen Abschnitt des Berichtes über die Schulen. Joseph C o w e n, der Mitglied der gegenwärtigen Exekutive ist und Berichterstatter der Finanzkommission, war auf der Juli- Sitzung des Großen Aktionscomitees und erklärte dort folgendes (liest): 77