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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 76

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 76 (sequence 86)
Language
German, English, Hebrew
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und von Bodenpolitik im Mandatsvertrag. Das heißt Untersuchungen analoger Fälle städtischer und ländlicher Kolonisation in anderen Ländern. Der ganze Komplex der Wirtschaftsfragen Palästinas wurde bearbeitet und in dem Komitee unter Vorsitz von Herbert Samuel eingehend erörtert und ich glaube sagen zu dürfen, daß in gewissen gesetzgeberischen Maßnahmen in Palästina schon Andeutungen in der Richtung auf unsere Ergebnisse zu finden sind. Die Untersuchungen erstreckten sich ferner auf die Formen der A c h u s a h, die in Palästina allzu vorschnell fallen gelassen wurde, ferner auf die besondere LagederjüdischenArbeiter und die Mittel, ihr zu begegnen. In London geschah, was möglich war. Es war zu ergänzen in Palästina, besonders auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation. Meine Anschauungen darüber sind im Bericht der Reorganisationskommission enthalten. Wir stellten die Tatsache fest, wie wir sie sahen, frei von Parteipolitik, ohne Ansehen der Person, auch ohne der persönlichen Verantwortung der einen oder andern im Einzelnen nachzuspüren. Hier aber vor dem Kongreß, der nicht nur die Tatsachen kennen muß, sondern auch Rechenschaft zu fordern hat von den Personen, die die Tatsachen schufen, hier bekenne ich meine eigene große Schuld. Weil ich mich begnügte, Mahnbriefe nach Palästina zu schreiben, weil ich schriftliche Rechnungslegung verlangte über die Kwuzoth, schriftliche Untersuchungen forderte über die Fragen der Kolonisation, schriftlich eine strenge Administration und des weiteren mehr. Statt meine Zeit in London zuzubringen, das Mandat im decrescendo in hundert und einer Fassung zu diskutieren, endlose Sitzungen abzuhalten, die Korrespondenz des Palästinaamtes zu überwachen und was der täglichen Arbeit mehr ist, hätte ich nicht im Herbst 1920, sondern mit Friedenwald und Szold im Frühjahr, jedenfalls mit Ussischkin im Herbst 1919 nach Palästina gehen müssen, selbst nach dem Rechten zu sehen. Ich will damit nicht sagen, daß ich die Reorganisation hätte durchführen können, die meine Kollegen und ich nachher forderten, ich kenne meine eigenen Unzulänglichkeiten. Ich will auch nicht sagen, daß ich damals schon die abschüssige Bahn, auf der wir uns befinden, in gleicher Schärfe erkannt hätte wie das Jahr darauf. Denn auch ich war in den Anschauungen der Vorkriegsperiode des Zionismus befangen, auch ich hatte umzulernen, wie es jeder tun muß von uns; aber das darf ich wohl sagen, daß ich mich bemühte, die Wahrheit zu erkennen, mich bemühte, den Uebergang zu finden vom Zionismus des Kampfes zum Zionismus des Aufbaues. Ich fand diesen Uebergang und das ist auch das einzige Verdienst, das ich für mich in Anspruch nehme, ich lernte um, und ich lernte um ohne ein Titelchen des nationalen Gedankens zu verkleinern, den ich im Zionismus vertreten habe, wie meine ganze zionistische Vergangenheit bezeugt. (Lebhafter Beifall.) Wenn ich mich also auch in keine Spekulation verlieren will darüber, was die Folge solch früherer Untersuchung gewesen wäre, eines hätte sie jedenfalls vor der Untersuchung vom Herbst 1920 voraus gehabt. Noch hätte man mir meinen Zionismus geglaubt. Noch hätte man sich nicht in die 76

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