Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 85)
- Language
- German, English, Hebrew
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in London resultatlos war, daß kein einziger Plan, kein einziger definitiver, konstruktiver Gedanke im Palästinaamt unter meiner Leitung produziert wurde und ferner, daß meine Reise nach Amerika wertlos war, weil ich mit einer falschen Anschauung vom amerikanischen Judentum, seinen Kräften und Möglichkeiten zurückgekommen sei. Was meine Tätigkeit in Amerika anbelangt, so waren Dr. Weizmanns Ausführungen mehr für den Hausgebrauch der American Convention bestimmt und ich werde sie daher hier nicht analysieren. Was Dr. Weizmanns Urteil über meine Londoner Tätigkeit anlangt, so muß ich vor allem mein Erstaunen darüber aussprechen, daß Dr. Weizmann den Mann, der so pflichtvergessen handelte, bestimmte, sein Kollege in der Exekutive zu werden, statt ihn vor das Kongreßgericht zu zitieren. Denn es war Dr. W ei z mann und nicht Justice Brandeis, der mich dazu bestimmte, die schv/ere Bürde eines Mitgliedes der Exekutive auf mich zu nehmen, obwohl nun selbst ein offizielles Dokument der Exekutive das Gegenteil behauptet, ganz im Sinne derer, die mit ähnlichen Behauptungen meine Stellung von Anbeginn an zu untergraben suchten. Ich war keinen Augenblick ein Kandidat der Amerikaner. Ja, ich habe den amerikanischen Führern gegen Ende der Jahreskonferenz erklärt, daß ich zögere, in die Exekutive einzutreten, weil ich zwar das Vertrauen der europäischen Zionisten zu besitzen glaube, die mir Sitz in der Exekutive seit mehr als einem Jahrzehnt angeboten haben, von Kongreß zu Kongreß, nicht aber das der Amerikaner. Udo angesichts solcher Tatsachen läßt die Exekutive veröffentlichen, ich habe noch nicht über genügend Autorität unter den Zionisten verfügt, um Mitglied der Exekutive zu werden; Dr. W e i z m a n n habe nur dem Druck der Amerikaner nachgegeben. Aber zurück zu dem summarischen Urteil Dr. Weizmanns über meine Tätigkeit. Ich darf dieses Urteil dahin modifizieren, daß der finanzielle Aufbauplan in allen Einzelheiten unter meiner Leitung aufgestellt und von einer Sachverständigenkommission in seinen Grundzügen akzeptiert wurde, daß alle Vorbereitungen getroffen waren, diesen Plan ins Werk zu setzen und daß die Durchführung nicht an mir scheiterte, sondern am Widerstande meiner Kollegen und an tatsächlichen Schwierigkeiten, für welche ich nicht verantwortlich bin. Der zweite Teil der Arbeit des Palästinaamtes, so weit die Vorbereitungsarbeit in Betracht kam, bezieht sich auf das, was wir unter dem Begriff „städtischer und ländlicher Kolonisation" zusammenzufassen gewohnt sind. Ich stimme mit Dr. W e i z m a n n darin überein, daß „dieser Kolonisationsplan" nicht produziert wurde. Ich habe zu allen Zeiten abgelehnt, mich darin zu versuchen, weil es so etwas überhaupt nicht gibt. Was das Palästinaamt als seine Aufgabe betrachtete, war nur dL> Schaffung von Grundlagen für die spätere Kolonisationsarbeit, das heißt Formulierung und Begründung von Immigrationspolitik