Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 84)
- Language
- German, English, Hebrew
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Die deutsche, österreichische und tschechoslovakische Landsmannschaft veranstalten heute Abend im Hotel Weber um K9 Uhr eine gemeinsame Sitzung. Herr Blumenfeld spricht dort über grundsätzliche Kongreßfragen. Die Delegierten der Hitachduth versammeln sich morgen früh um 8 Uhr im Zimmer 81. Die Poale Zion versammeln sich heute um 9 Uhr im Zimmer 51. Die ostgalizische Landsmannschaft yersammelt sich morgen früh um 9 Uhr im Zimmer 51. Meine Herren! Ich bitte, noch Folgendes zur Kenntnis zu nehmen. Es ist für die Arbeiten von größter Wichtigkeit, daß der Permanenzausschuß so schnell wie möglich zusammentritt; die meisten Landsmannschaften und Fraktionen haben bereits zum Permanenzausschuß gewählt. Diejenigen, die noch nicht gewählt haben, werden ersucht, dies noch heute abends zu tun und morgen früh im Zimmer 17 Mitteilung zu machen, wer ihre Delegierten zum Permanenzausschusse sind. Es ist Ihnen bekannt, daß auf eine Gruppe von je 10 Delegierten ein Vertreter in den Permanenzausschuß kommt. (Ruf: 6 Delegierte!) Kleinere Gruppen von mindestens 6 Delegierten können auch einen schicken; noch kleinere Gruppen können sich zusammenschließen, und wenn die Zahl 6 erreicht ist, auch wieder einen Delegierten entsenden. Die Zeire Zion versammeln sich im Zimmer 56. Präsident Sokolow: Wir treten in die Generaldebatte ein. Das Wort hat Herr Julius Simon. Mitglied des A. C. Julius Simon (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt, spricht deutsch): Geehrter Kongreß! Wenn wir vom Kongreß sprachen, dem ersten Kongreß nach der Balfourschen Erklärung, so dachten wir, daß wir uns in anderen Gefühlen zusammenfinden würden. Wir waren nicht so naiv zu glauben, daß wir mit der Balfourschen Erklärung, ja mit allen Sicherungen politischer und ökonomischer Art im Mandatsvertrag, unserer Schwierigkeiten auf einmal Herr geworden wären. Wir wußten, daß wir auch dann erst am Anfang der Aufgabe stehen. Aber wir glaubten doch, daß der Uebergang vom Zionismus der Vorkriegsperiode, dem Zionismus, der für seine Ideale stritt, zum Zionismus der Tat ein leichterer sei. Wir glaubten, daß wir in den großen Linien der Arbeit uns einig seien und daß wir der Welt, die unsere historische Verbindung mit Palästina anerkannt hat, das Schauspiel eines geeinten Volkes geben werden, wie es der erste Kongreß gegeben hat. Statt dessen ist auch dieser Kongreß dazu verurteilt, ein Kongreß des Kampfes zu werden. Man soll mir nicht mit dem alten Schlagwort antworten, daß Kampf Leben bedeute, daß gerade er die Lebenskraft der Bewegung erweise. Es ist nicht wahr. Wir konnten vielleicht solchen Kampfes nicht entraten in der Zeit des Vorkriegs-Zionismus, da wir sozusagen nur vom Kampf lebten. Kampf heute, während wir Palästina bauen wollen, stünde dem Versuche gleich, einen neuen Turm von Babel bauen zu wollen. (Sehr richtig!) In seiner Rede auf der C1 e ve 1 an d Convention hat Dr. Weizmann mich in schärfster Weise angegriffen und dargestellt, daß meine Arbeit 74