Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 78)
- Language
- German, English, Hebrew
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bänden ein Unrecht zugefügt. Dort hat man uns' um 4 Mandate verkürzt. Während anderwärts 2500 Schekelzahler 3 Mandate haben, haben wir kaum eines. Mich wundert, daß Herr Locker dagegen gesprochen hat. Wir müssen alle zusammen gegen eine solche Sache protestieren. Man hat uns das Recht gegeben, einen Wahlkreis zu machen und den haben wir gemacht. Wem wir die Mandate geben, das ist unsere Sache. Ich verlange also, daß unsere 95 Mandate anerkannt werden. Wenn der Herr Vorsitzende des Legitimationsausschusses mit so viel Liebe davon gesprochen hat, daß die Hitachduth keine Möglichkeit habe herzukommen und man ihr daher 10 Ersatzmänner aus anderen Ländern geben müsse, so liegt bei uns der Fall ähnlich. Wir verlangen also unsere 95 Mandate und die Genehmigung der Verschiebungen, die wir unter den Ländern vorgenommen haben. Präsident Sokolow: Wer für den Antrag des Legitimatiönsausschusses ist, möge die Hand erheben. Ich bitte die Ordner zu zählen. (Nach Auszählung.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht. — Auszählung.) Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Berl Locker (Poale Zion, jüdisch): Geehrte Herren! Wir haben eine Entscheidung von sehr großer Bedeutung angenommen. Man hat in Prag gegen unseren Willen den Beschluß gefaßt, daß in jedem Landesverbände auf die ersten 1000 Schekelzahler 1 Delegierter entfalle. (Zahlreiche Zwischenrufe. — Unruhe.) Präsident Sokolow (unterbrechend): Herr Delegierter Locker, ich muß Sie unterbrechen. (Fortdauernde, lärmende Zwischenrufe.) Delegierter Locker (fortfahrend): Dadurch sind die Fraktionen gegenüber den allgemeinen Zionisten zurückgesetzt worden. Ich beantrage, daß man den linken Fraktionen das Recht gibt, nach demselben Prinzip wie die Misrachi eine Nachnominierung von Delegierten vorzunehmen und diesen Antrag dem Permanenzausschusse zu übergeben. Präsident Sokolow: Herr Locker, Sie haben jetzt nicht das Recht, Anträge zu stellen. Erst nachdem diese Anträge angenommen oder abgelehnt sind, haben Sie das Recht, Anträge zu stellen. Jetzt darf man diese Verhandlung nicht unterbrechen. Sie werden dann Gelegenheit haben, einen neuen Antrag zu stellen. Berichterstatter Dr. Margulies: Der letzte Verband Zeire Zion mit 34500 Schekolim hat Anspruch auf 18 Mandate. Er hat auch ursprünglich 18 Delegierte gewählt. Die Wahl ist zu verifizieren. Aber es ergibt sich hier ein Ausnahmsfall analog dem der Hitachduth. Es sind Verhältnisse da, welche es verschiedenen Delegierten nicht möglich machen, und zwar aus Gründen, die wir als vis major bezeichnen müssen, zum Kongreß zu kommen. In Voraussicht dieses Umstandes hat die oberste Parteikonferenz der Zeire Zion schon in Warschau Ersatzdelegierte nominiert, wobei sie sich in Uebereinstimmung mit ihrer eigenen Verfassung befunden hat. Es handelt sich nur darum, daß der Legitimationsausschuß, der selbst nicht berechtigt ist, diese von der Konferenz nominierten Delegierten zu verifizieren, Ihnen empfiehlt, die Herren Moses Dlugacz, Schwamm, Hans Kohn, Simche Glücksohn und Czertok als Ersatzdelegierte neben den anderen zu verifizieren. Das ist mein Antrag. 68