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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 60

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 60 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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gen anzuzweifeln, nachdem mir einer der von Ihnen bestimmten Zähler mitgeteilt hat, daß er den festen Eindruck habe, daß verschiedene Delegierte irrtümlich abgestimmt haben. (Beifall und Widerspruch.) Ich habe für den Fall .... (Lärm). Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, Sie müssen auch eine von der Ihrigen abweichende Meinung ertragen lernen. Ich stelle für diesen Fall im Auftrage der Mitglieder der Misrachifraktion den Antrag auf namentliche Abstimmung. (Beifall. — Lebhafte Unruhe.) Präsident Sokolow: Es ist zweimal abgestimmt worden. Nachdem die erste Abstimmung angezweifelt worden ist, haben wir ein sehr langes Verfahren bei einer Sache vorgenommen, die doch nicht von so großer Bedeutung ist. Es geht nicht an, daß wir jetzt nach zwei Abstimmungen einen neuen Modus von Abstimmung einführen. Wenn Sie darauf bestehen, so können wir ja den Kongreß befragen, ob er eine dritte Abstimmung vornehmen will. Ich bitte Sie aber, Ihren Antrag zurückzuziehen, weil das in diesem engen Saal und bei diesem Verfahren ungeheuer zeitraubend ist. Delegierter Struck: Nein, Herr Sokolow, die Schuld daran liegt nicht an uns. Ich bedauere sehr, daß ich das nicht tun kann. Ich habe den Antrag gestellt, die Bestätigung der Mandate dem Permanenzausschuß zu überweisen, weil ich der Ueberzeugung bin, daß diese große Körperschaft nicht in der Lage ist, das alles gewissenhaft zu prüfen. Ich bitte, zuerst über diesen Antrag abstimmen zu lassen. Mitglied des A. C. Dr. Georg Halpern (deutsch) : Ich bitte Sie, den Antrag Struck abzulehnen. Es ist unser erstes und vornehmstes Recht, zu bestimmen, wer das Recht hat, mit uns zu tagen. Es ist — ich will ein mildes Wort gebrauchen, um das Wort Obstruktion zu vermeiden — eine Verschleppung der Geschäfte, wenn man das in den Permanenzausschuß verweist. Ich möchte sagen, daß wir uns mit diesen Fragen der Abstimmung nicht solange aufhalten sollten. Ich hätte sehr gerne gesehen, daß, wenn es geschäftsordnungsmäßig möglich gewesen wäre, zwei Delegierte aus Beßarabien, dem Lande, das sich so glänzend bewährt hat, hier sitzen. Aber sie werden die Möglichkeit haben, unseren Beratungen beizuwohnen und an ihren zwei Stimmen wird es nicht liegen. Ihre zionistische Pflicht werden sie erfüllen können. Lassen Sie uns an dem festhalten, was unser Recht ist, und lassen Sie sich nicht durch eine noch so große Minorität von dem abbringen, was recht ist. Präsident Sokolow: Wir können diesen Antrag nicht zur Abstimmung bringen, wir müßten denn die Verfassung ändern! Nach unserer Verfassung erstattet der Vorsitzende des Legitimationsausschusses den Bericht und stellt die Anträge. Sie können das in der Geschäftsordnung nachlesen. Es geht nicht an, diese Dinge umzuwerfen und sie von einem Ausschusse an einen anderen zu übertragen. Der Legitimationsausschuß stellt dem Kongreß seine Anträge, der Kongreß kann diese Anträge annehmen oder ablehnen, aber es geht nicht an, über einen Modus abzustimmen, der nach den Statuten ausgeschlossen ist. Wir müßten zunächst die Statuten ändern. Solange das nicht geschehen ist, kann ich eine solche Abstimmung und Debatte nicht zulassen. Was ich aus dem Antrag Struck Konkretes herausnehmen kann, ist seine Anzweiflung der Abstimmung. Die erste Abstimmung wurde schon angezweifelt und es wurde unter großen Schwierigkeiten eine neue Abstimmung vorgenommen und diese neue Abstimmung hat ein bedeutendes Uebergewicht der Majorität an den Tag gelegt. 60

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