Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 67)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zählung): Der Antrag ist abgelehnt (Beifall und Händeklatschen), und zwar mit 126 gegen 123 Stimmen. (Lebhafte Unruhe.) Meine Herren! Wollen Sie doch im Interesse der Sache Ruhe halten. Denn diese Unruhe macht das Zählen ungemein schwierig, insbesondere da es sich nur um eine Differenz von 3 Stimmen handelt. Uebrigens wird die Richtigkeit der Zählung schon jetzt angezweifelt, was eine sehr unangenehme Sache ist. Wenn Sie absolute Ruhe bewahren, wird es ein Leichtes sein, noch einmal zu zählen (Widerspruch), damit keine Zweifel entstehen. Also bleiben wir bei dem Resultat? (Zustimmung.) Dann ist das erledigt. Berichterstatter Dr. Margulies: Hoher Kongreß! Ich referiere jetzt über den Landesverband Ost- Galizien. (Lebhafte Unruhe. — Rufe: Noch einmal zählen!) Delegierter Dr. Schachtel (Deutschland, spricht deutsch): Ich möchte bitten, vom Präsidium aus zu konstatieren, daß die Mitglieder des Aktionscomitees nicht mitzustimmen haben. Ich habe bei dieser Abstimmung konstatiert, daß Herren mit dem weißen Abzeichen, die dem Aktionscomitee angehören, mitgestimmt haben. Delegierter Locker (Poale Zion, jüdisch): Meine Herren! Ich muß gegen dieses Vorgehen protestieren. Es wird da eine Abstimmung gegen das endgiltig festgelegte Wahlreglement gemacht. Wir haben bei der A.-C.-Sitzung in Prag gehört, daß die ersten 2000 Schkolim zwei Mandate erhalten. Heute wird gegen das Wahlreglement entschieden. Damit stellen wir alle anderen Föderationen vor eine Ausnahmslage. Wir wären dann gezwungen, den Kongreß zu verlassen. (Lebhafte Unruhe.) Präsident Sokolow: Es ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Mitglieder des Aktionscomitees mitgestimmt haben, wozu sie nicht berechtigt sind. Ich will daher die Mitglieder des Aktionscomitees darauf aufmerksam machen, daß sie nicht mitzustimmen haben. Herr Locker hat wiederum darauf aufmerksam gemacht, daß in Prag etwas beschlossen wurde. Herr Locker! Der Kongreß ist souverän und kann alles machen. (Lebhafter Beifall.) Aber er muß entscheiden und die Zählung muß eine richtige und sichere sein. Wir wollen also noch einmal über den letzten Vorschlag abstimmen. Der Kongreß wird aber gebeten, nicht in derselben Weise abzustimmen, wie er es eben getan hat, durch Erheben der Hände, sondern durch reihenweises Aufstehen. Alle Mitglieder, welche dafür sind, sollen aufstehen; dann wird das Zählen leichter sein. Ich stelle also noch einmal den Antrag, den Sie genau kennen, zur Abstimmung und bitte die Mitglieder mit Ausnahme derjenigen, die nicht das Recht haben, mitzustimmen, worauf schon aufmerksam gemacht wurde, aufzustehen. Wollen Sie, daß der Antrag wiederholt wird? (Rufe: Ja!) Berichterstatter Dr. Margulies: Der Legitimationsausschuß schlägt Ihnen vor, in Beßarabien zu verifizieren die 8 Delegiertenmandate des Landesverbandes und das erste Mandat von den dreien aus dem Wahlkreis, den der Misrachi dort gebildet hat, die anderen zwei aber zu annullieren. Die 8 Mandate des Landesverbandes sind glatt, die wären in erster Linie zu verifizieren, und dann wäre abzustimmen darüber, ob drei Mandate oder nur eines zu verifizieren ist Der Legitimationsausschuß beantragt, ein Mandat nicht aus der Liste des Landesverbandes, sondern aus der Liste des Misrachi zu verifizieren, dagegen die zwei anderen Mandate aus der Liste des Misrachi zu annullieren. 57