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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 51

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 51 (sequence 61)
Language
German, English, Hebrew
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Wir haben Dr. Kantor verloren, den gelehrten und tüchtigen Pionier der hebräischen Tagespresse, den Gründer des „Hajom". Wir haben durch den Tod des talentvollen hebräischen Schriftstellers Dr. Katzenelson („Buki ben Jogli") und das Ableben des jungen Dr. Aron K 1 a c z k o einen großen Verlust erlitten. Es war nicht meine Absicht, all diese Namen zu nennen. Alle diese Namen sind verzeichnet und werden im Protokoll veröffentlicht werden. Der tragischeste Tod ist vielleicht der Tod all jener Namenlosen, die in den Pogromen umgekommen sind. Es ist nicht so tragisch, wenn man einen Namen nennen kann, tragischer ist der Tod jener, die ohne Namen von der Welt gegangen sind. Dr. Chasanowitsch ist mehr als ein Name. Sein ganzes Leben war verbunden mit der Gründung einer Institution, die wir alle hoch schätzen und deren Weiterentwicklung Gegenstand der Erörterung auf diesem Kongresse zu sein verdient: Der hebräischen Bibliothek in Jerusalem. Ja, traurig reich war die Ernte, die der Tod unter uns gehalten hat. Wir könnten lange klagen. Es werden mir Namen zugeraunt und jeder dieser Namen bildet ein Kapitel für sich. Soeben wurde mir ein Name in Erinnerung gebracht, der Name eines Nestors, der einen ganz besonderen Zusammenhang hat mit der Geschichte des Zionismus, Dr. Lippe, der in Przemysl im Anfang des Krieges in sehr hohem Alter gestorben ist. Er war Alterspräsident des I. Zionisten-Kongresses und sein Name bleibt mit dem Zionismus auf ewig verbunden. Geehrter Kongreß! Wir haben in Anerkennung der Verdienste dieser Führer, Freunde und Mitarbeiter ihren Namen in unsere zionistische Erinnnerung, in das Pantheon des jüdischen Volkes aufgenommen und ihre Erinnerung wird immer grünen, bis die Zeit kommen wird, wo wir in Palästina die Geschichte der ersten Pioniere schreiben werden. Dann erst werden wir die Namen all dieser Männer und all dieser Gruppen richtig würdigen, von denen ich noch die ganz große Gruppe der jüdischen Kriegsgefallenen in allen Ländern erwähnen will. Ich möchte noch unter denen, die wir verloren haben, die Namen von Aaron Aaronsohn und Bianchini-Levi hervorheben. Sie sind in besonders tragischer Weise ums Leben gekommen. Aaronsohn reiste in den letzten Jahren des Krieges und auch im ersten Jahre des Waffenstillstandes sehr oft zwischen London und Paris und auf einem seiner Flüge ist er spurlos umgekommen. Der junge, blühende Aaronsohn, der einer der besten, wenn nicht der beste Kenner Palästinas war, ein Kind Palästinas, von dem wir noch sehr viel zu erwarten berechtigt waren! Und der andere, eine interessante, ich möchte fast sagen exotische Persönlichkeit, Bianchini-Levi, ein italienischer Jude, der aus einem Lande kam, wo wir nicht viel Zionisten haben. Er stellte sich "uns zur Verfügung, er ging nach Erez Israel und der erste Eindruck war, daß ein Mann mit einer so ganz andern Kultur, aus einem Lande stammend, wo so wenig Juden leben, sich nicht so bald in die zionistische Tätigkeit einarbeiten 4* 51

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