Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 40)
- Language
- German, English, Hebrew
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Drohungen ihnen nichts helfen würden, daß ihre Existenz eine unbedingte ist. Diese eiserne Ausdauer, dieses starke Pflichtbewußtsein, diesen ungeheuren Opfersinn legten unsere Väter an den Tag — wofür? Für die Erlangung irgend einer geringfügigen Konzession, für die Abschaffung einer von tausend Beschränkungen, für die Bekämpfung irgend eines törichten Anachronismus! Für diese Palliativmittelchen, die bestenfalls das Leben in der Diaspora etwas erträglicher zu machen geeignet waren, kämpften sie im Laufe der Generationen! Und jetzt, wo es sich darum handelt, die Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen, trotz tausend tatsächlich bestehender Hindernisse zu schaffen, sollte es uns überraschen, daß wir Schwierigkeiten begegnen, und daß die epochemachende, tausend tiefwurzelnde Vorurteile herausfordernde, volksbildende und bahnbrechende Balfoursche Deklaration nicht über Nacht, ohne Widerstände und Hemmnisse verwirklicht worden ist? Unser Ideal verwirklicht sich schon jetzt. Mit Pflichteifer und Begeisterung geht unsere Jugend nach Erez Israel. Noch nie ist in irgend ein Land der Welt ein gesünderes und tüchtigeres Bevölkerungselement eingewandert, als unsere neuen Pioniere in Palästina. Noch nie ist für die Wiederbelebung eines Landes größere Arboit geleistet worden. Unser Hauptaugenmerk sei auf diese wunderbare Bewegung gerichtet, den Arbeitskräften sollen sich immer neue Arbeitskräfte zugesellen und Arbeit sollen wir für sie schaffen. So wird von Tag zu Tag die Heimstätte erbaut werden. (Stürmischer Beifall.) Der Schutz der Diaspora. Die Friedenskonferenz hat noch ein Analogon zur Balfourschen Deklaration geschaffen: den Schutz der ethnischen Minoritäten. Auch dieser Errungenschaft ging ein schwerer Kampf voran, der bis jetzt noch eine Quelle von geradezu unerschöpflichem Nährstoff für Anfeindungen und Angriffe gegen die Juden bildet. Zahlreiche zionistische Einzelorganisationen und Konferenzen hatten das Postulat aufgestellt: Palästina und nationale Rechte für die Juden in den Ländern, wo sie in großen Massen leben. Der amerikanisch-jüdische Kongreß von 1918, der größte jüdische Kongreß, der je stattgefunden hat, nahm diese Resolution an und entsandte nach Paris eine Delegation, um die nötigen Vorstellungen der Friedenskonferenz zu machen. An dieser Bewegung beteiligten sich Zionisten mit ganzem Herzen. Das Komitee der Jüdischen Delegationen wurde begründet und widmete sich einer vielseitigen Arbeit auf diesem Gebiete. Um jede Unklarheit und Zweideutigkeit auszuschließen, muß hier unser Standpunkt in dieser Frage genau präzisiert werden. Die Zionistische Organisation hat als geschlossene Einheit ihr Programm, das auf Erez Israel hinzielt und wird nicht um eines Haares Breite von dieser 30