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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 27

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 27 (sequence 37)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4327-3480471
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Verstehet einander! Ja, das ist möglich, das wird und kann geschehen, so ist der Gerechtigkeit und der Freiheit Bahn gemacht, dann kann es sein, daß wir keinen Feind mehr neben uns haben, dann kann es geschehen, daß wir den, der unser Feind zu sein vorgab, daß wir den begreifen und er uns und daß dieses gegenseitige Verstehen aller Feindschaft Ende bringt. Weil wir bis heute uns nicht verstanden, waren die anderen gegen uns mißtrauisch, haßerfüllt, neidisch und fühlten sich fortwährend angetrieben zu rechten, zu richten, zu hadern und zu kämpfen. Ein Volk, das ein verstehendes ist, dessen Leben, Fühlen und Handeln wird im Lichte sein, das wird nicht richten, sondern schlichten, nicht hadern, sondern fördern. Ihr Völker des Orients, wir bringen euch eine Botschaft der Wiedergeburt, des Fortschritts, der Erlösung! Sehet, wir alle bedürfen des Trostes, wir sind im Dunkel der Hoffnungslosigkeit gewesen, und irr war unser Tun. Davon müssen und werden wir uns befreien. Unser Verhältnis zum arabischen Volk. Dafür sprechen nicht nur Traditionen und moralische Gründe. Die Sympathien der Nationen beruhen letzten Endes hauptsächlich auf ihren Interessen. Wenn die Interessen der Araber und der Juden auf dem Gebiete der praktischen Politik übereinstimmen, bleibt auch die Sympathie nicht aus. Wir haben das größte Interesse, mit den Arabern in gutem Einvernehmen zu leben, und je enger diese Beziehungen geknüpft werden könnten, desto lieber wäre es uns. Die Interessen des arabischen Volkes weisen es darauf hin, ein freundschaftliches Einverständnis mit der jüdischen Nation zu pflegen; es hat bei einer Verbitterung der wechselseitigen Beziehungen unendlich mehr einzubüßen, als ihm irgend eine Einschränkung jüdischer Initiative nützen kann. In dieser Politik des Friedens und der Zusammenarbeit werden wir uns nicht durch die meuchelmörderischen Angriffe auf die jüdische Bevölkerung Jaffas und auf die jüdischen Kolonien beirren lassen. Wir beklagen es aufs tiefste, daß sich der arabische Name durch Taten der Gewalt und des Unrechts, durch Barbareien eines verführten und verwilderten Pöbels, befleckte. Dieser Mob schändete die arabische Nation, und so bitter und schmerzlich die Wunde in unserer Seele brennt, werden wir uns trotzdem dadurch nicht blenden lassen. Wir setzen unseren Stolz darein, daß Erez Israel als ein Land der Menschenliebe und der Freiheit allen anderen Ländern der Welt voranleuchten soll. Wir gehen nicht hin, um als Herrenvolk einem anderen Volke aufs Genick zu treten. Zurückhaltend und vorsichtig, niemals aggressiv und verletzend, immer klar und zielbewußt, wird unsere friedliebende, emsige Bevölkerung mit ihren Mitteln und Opfern neue Erwerbsquellen erschließen, die sowohl ihr selbst, als dem ganzen Orient zum Segen gereichen werden. Wenn diese oder jene Araber in gehässiger Weise unsere ehrlichen Bestrebungen angreifen, so sind dies Augen - 27

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