Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 25)
- Language
- German, English, Hebrew
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sind, darüber zu klagen, daß auf der Grundlage der Deklaration nicht mehr geschaffen wurde, so vergessen Sie nicht, daß der Nahe Orient noch in ständiger Unruhe ist, daß der Friedensvertrag mit der Türkei noch der Ratifizierung harrt, daß das Mandat noch nicht unterzeichnet ist. Diese Tatsachen beherrschen die Situation. Wir haben nicht aufgehört und werden nicht aufhören, auf die Schaffung solcher Bedingungen zu drängen, wie wir sie in Erez Israel zu erwarten berechtigt sind. Ich vertraue darauf, daß wir Bedingungen erhalten, welche die Möglichkeit fruchtbringender Arbeit sichern. Allerdings kann selbst die mächtigste Regierung im Getriebe der weltpolitischen Verwicklungen nur behutsam auf die Durchsetzung ihrer Absichten hinarbeiten. Doch hat uns die britische Regierung ihr Wort verpfändet, in voller Kenntnis der Verantwortungen und der Schwierigkeiten, die dies mit sich bringt. Die britische Regierung will ihr Wort halten. Davon sind wir überzeugt. In einer Welt, in der so vieles im Fluß ist, steht das Fundament unseres nationalen Heimes unerschüttert. Vergessen Sie aber nicht, daß einstweilen noch keine gebahnte Straße nach Erez Israel führt. Die Straße muß erst durch unsere eigene mühevolle Arbeit geschaffen werden und diese Arbeit wird den wahren Sinn der Balfourschen Deklaration bestimmen. Wir dürfen nicht im Rückschläge nach übertriebenen Hoffnungen geringschätzen, was wir bereits auf diesem Fundament gebaut haben und noch bauen. Die Einwanderungsbeschränkung und die Schwierigkeiten, die unseren Unternehmungen manchmal in den Weg gelegt werden, geben uns manche harte Nuß zu knacken. Selbst heute, mehr als ein Jahr nach dem Beschluß von San Remo, tritt die dunkle Seite des Bildes noch scharf hervor und ich habe nicht die Absicht, seine Düsterkeit zu leugnen oder auch nur zu verschleiern. Aber unsere Arbeit geht vorwärts. Wenn wir nicht mit Riesenschritten vorwärts kommen, wie wir gerne möchten, so liegt das hauptsächlich daran, daß uns die große Weltkatastrophe zeitweilig geschwächt hat; trotzdem lassen wir die Zeit nicht ungenützt verstreichen. Unsere Chaluzim haben dem Jischuw und dem Lande als ganzem ein Element der Kraft zugeführt. Der Kongreß wird Pläne für eine Erweiterung unserer Kolonisationsarbeit beraten und beschließen, für die Festigung unserer bestehenden Siedlungen und für die Schaffung neuer Kolonien auf dem kürzlich in Nordpalästina erworbenen Boden. Ein großzügiges Projekt für Bewässerung und Ausnützung der Wasserkraft, das eine stattliche Zahl jüdischer Arbeiter beschäftigen und von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung des Landes sein wird, nähert sich der Verwirklichung. Eine Hypothekenbank ist in Bildung begriffen, die das Tempo der städtischen Kolonisation und der Bautätigkeit, die für die Entwicklung des Landes von so grundlegender Bedeutung ist, beschleunigen wird. Der Kongreß wird den weiteren Ausbau unserer Finanz- 15