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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 351

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 351 (sequence 358)
Language
German, English, Hebrew
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— 351 — Del. Lipski (setzt englisch fort). Del. Cohen (übersetzt): Mister Lipski beantragt ferner: Die redaktionelle Leitung der „Welt" soll dem G. A. C. übergeben werden und nach dem Prinzipe der freien Besprechung aller internen zionistischen Fragen geführt werden. (Lebhafter Beifall.) Del. Lipski .(englisch) beantragt, daß die Anzahl der Schekelzahler, welche ein-en Delegierten zu wählen haben, vergrößert werden soll und daß die Entscheidung dieser Sache der Jahreskonferenz übertragen werden soll. Präsident Wolffsohn: Sind Sie damit einverstanden, daß wir auch diese Resolutionen dem E. A. C. übergeben? (Del. Lipski: Dem G. A. C.) Das ist dasselbe. Der Kongreß ist damit einverstanden. Präsident Wolffsohn: Dr. Friede mann hat das Wort. Del. Dr. Friedemann: Hoher Kongreß! Wir haben uns mehrere Tage über kolonisatorische Fragen und über die der Bank unterhalten, und ich gebe von vornherein zu, daß solche Fragen für das Anfangsstadium einer Bewegung das notwendigste sind. Aber man darf über sie auch nicht diejenigen Fragen vergessen, von denen ein Volk geistig lebt. Wir haben von der Universität gesprochen, von den Wissenschaften und haben uns nach dem Satze gerichtet: Lo al halechem lewado jichje haadam. (Lebhafter Beifall.) Nicht von Brot allein lebt der Mensch. Es gibt noch einen andern Punkt, der vergessen worden ist, und ich möchte Sie und das Actions-Comite bitten, ihm Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Wir haben eine große Menge von jüdischen Geistesprodukten seit 2000 Jahren verloren; teils liegen sie in dem Boden unseres Heimatlandes Palästina, teils sind sie in der Welt verstreut. Es hat sich nun «ine Gesellschaft in Berlin gegründet, und jetzt in den letzten Wochen in Jerusalem eine Gesellschaft mit den gleichen Tendenzen, nämlich mit der Absicht, alle diese verstreuten Geistesprodukte zu sammeln und sie einem Museum in Jerusalem einzuverleiben. Ein solches Haus ist eine Notwendigkeit; denn es ist nicht nur ein Prunkstück, das wir erbauen, sondern es ist ein Haus, das uns Achtung verschaffen soll in der W'elL Es wird zeigen, was das Judentum geschaffen hat im Altertum, im Mittelalter, in der Kunst, in der Wissenschaft und auf jedem Gebiete fdes Schönen, und deshalb bitte ich das Actions-Comite, da die Zeit zu sehr knapp ist, und ich den Antrag nicht weiter begründen darf, daß es sich mit Energie daran mache, den Plan der Schaffung eines jüdischen Museums in Jerusalem zu fördern. (Lebhafter Beifall.) Prof. Dr. Weizmann: Es tut mir leid, daß ich Sie noch mit Erklärungen belästigen muß. Ich habe im Namen des Permanenzausschusses folgende Erklärung abzugeben (liest): „Der Permanenzausschuß hat in seiner Sitzung am Sonntag den Beschluß gefaßt, daß nach seiner Meinung das Große Actions- Comite mit dem Aufsichtsrat der Bank identisch s-ein soll. Auf Ersuchen des E. A. C. aber, welches sich im Laufe des Kongresses mit der Bankleitung verständigt hat, hat der Permanenzausschuß darauf verzichtet, auf Durchführung des Beschlusses weiter zu bestehen. Indem ich diese Erklärung im Namen des Perrnanenzausschusses abgebe, stelle ich gleichzeitig den Antrag, über alle weiteren Erklärungen und Anträge zu diesem Punkte zur Tagesordnung überzugehen." (Lebhafter Beifall.)

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