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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 350

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 350 (sequence 357)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 350 — besten ausdrücken, daß Sie den schon begonnenen eisernen Fonds komplettieren und sobald als möglich auf 500 000 Frcs. hinaufzubringen suchen. Die Zinsen dieses Kapitals sollen dazu verwendet werden, diesen Herren eine genügende Existenz zu bereiten. Denn in welcher bescheidenen Weise diese Herren mit ihrer Familie zu leben haben, davon macht sich nur der einen Begriff, der in Palästina gewesen ist. Diesen Herren also bitte ich Sie, an dieser Stelle den Dank zu zollen und ihm1 dadurdh den gebührenden Ausdruck zu geben, daß Sie nach und nadh ihr Interesse dafür zeigen, diesen Fonds zu komplettieren. Ich danke Ihnen nochmals, meine Herren. (Lebhafter Beifall.) Präsident Wolffsohn: Herr K a p 1 a n s k y legt Wert darauf, zu erklären, daß von der Föderation „Poale Zion" alle gegen den Antrag der Gründung einer Universität gestimmt hätten, wenn sie im Saale anwesend gewesen wären. (Zwischenrufe.) Das Wort hat Herr Kretschmer. Del. Kretschmer (jiddisch): Geehrter Kongreß! Die Kulturidee hat nicht nur in Europa und in Amerika, sondern auch in einem weit entlegenen Lande, in Südafrika, Anklang gefunden. (Lebhafter Beifall.) Redner macht Mitteilung von einigen Sammlungen, die nicht nur von einzelnen Personen in Südafrika, sondern von der südafrikanischen Föderation als zionistischer Organisation gemacht wurden, um in Erez Israel Landkäufe zu besorgen. Präsident Wolffsohn: Das Wort hat nun Herr Grünbaum. Del. Grünbaum: Geehrter Kongreß! Ich habe Euch eine Anregung mit auf den Weg zu geben, bevor Ihr Euch von hier nach allen Ländern zerstreut, eine Anregung, die mir zeitgemäßer zu sein scheint, als manche andere, die hier gemacht wurde^ eine Anregung, die vielleicht die einzige ist, die Aktualität besitzt. Wir stehen vier Wochen vor dem Jörn Kippur. Es ist ein alter Gebrauch bei uns Juden in allen Ländern der Welt, ner neschama anzuzünden. Dies hat den Zweck, Kabdu Adonai ba'urim — verehret Gott mit Leuchtern. W!as war der Sinn dieser Sache? (Unruhe.) Es war früher Usus, daß man in der Jörn Kippur-Nacht wachte. Manche haben gelernt, andere haben gebetet. Und so hat mian Licht nötig gehabt. (Unruhe — Zwischenrufe.) D'arum1 hat man die Sitte angenommen, in den Synagogen Kerzen anzuzünden von Wachs oder Stearin. Bei der modernen Art der Beleuchtung, die m'an jetzt in der ganzen Welt hat, ist diese Art der Beleuchtung unnütz geworden. (Lebhafte Unruhe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte zu schließen. Del. Grünbaum: Die Minheg besteht aber fort. Was geschieht? Man nimmt die Kerze .... Präsident Wolffsohn: Ich bitte Sie, keine Erklärungen! Del. Grünbaum: Ich beantrage also, man soll diese Kerzen für den Nationalfonds ablösen. (Beifall.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat Mister Lipski. Del. Lipski (spricht englisch). Del. Cohen (übersetzt): Mister Lipski beantragt: Der XI. Kongreß möge eine Kommission zur Reform der Geschäftsordnung im Sinne des englischen Parlamentarismus wählen. Präsident Wolffsohn: Mister Lipski, sind Sie vielleicht damit zufrieden, daß wir diesen Antrag dem E. A. C. zur Berücksichtigung übergeben? Del. Lipski: Jawohl. Präsident Wolffsohn: Dann brauchen wir darüber nicht abzustimmen, denn der Kongreß ist damit einverstanden.

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