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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 342

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 342 (sequence 349)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 342 — wir stehen, um unsere ,Kräfte zu verdoppeln. Aber dieser Grund allein, ohne jüdischen Geist, besagt nichts. Und ein zu hohes geistiges Niveau gibt es nicht. Wozu hätte das kleine Island eine Universität nötig, wenn nicht alle seine Bauern auf der Universität studieren würden, wenn es sich nicht um ein Kulturvolk handeln würde, wo der letzte Bauer ein hochgebildeter Kulturmensch ist? Und der Bauer in Island ist mindestens ein ebenso guter Bauer wie der Bauer irgendwo in Dänemark oder Deutschland oder sonstwo in der Welt. Und deshalb gibt es kein zu hohes geistiges Niveau und deshalb können wir nicht hoch genug steigen, und deshalb — ich wiederhole es — müssen wir die Universität haben. Die Universität hat nicht bloß für Palästina Bedeutung, sondern sie hat in nächster Zeit eine große, ja viel größere Bedeutung für das Galuth, für die zerstreuten Juden. (Lebhafter Beifall.) Wir haben im letzten Jahre gesehen, wie jüdische Studenten aus Deutschland hinübergegangen sind, um einmal wenigstens das Land ihrer Väter zu Fuße zu durchwandern, und was haben sie von Palästina mitgebracht? Die Liebe zur hebräischen Sprache und einen solchen Trieb, sich sie anzueignen, daß wir jetzt sehen, wie sie in Berlin hebräisch lernen. Selbstverständlich ist es unmöglich, daß diese Studenten etwa die Hörsäle verlassen können, um auf längere Zeit nach Palästina zu gehen, um auf dejn Gymnasium oder sonstwo hebräisch zu lernen. Wenn aber in Jerusalem die Universität bestehen wird, werden ohne weiteres Hunderte von jüdischen Studenten aus Deutschland einige Semester von Berlin weggehen und in Jerusalem zum Studium zubringen. Und diese Studenten werden dann das Galuth hebraisieren. Sie werden uns die hebräische Sprache bringen. (Stürmischer Beifall.) In dieser Beziehung ist eine kleine Mitteilung interessant, die vielleicht vollständig verschwindet gegenüber den großartigen Mitteilungen, die wir gestern und heute gehört haben: Jüdische Studenten aus Deutschland, die hier anwesenden V. J. St. er im Bunde jüdischer Corporationen haben mir mitgeteilt, daß das Präsidium ihres Bundes als erste Morgengabe für die Universität hiermit die Summe von 3000 M. bzw. 4000 JFres. für die Universität spendet. (Stürmischer Beifall.) Klein ist die Gabe, ich weiß es wohl. Aber bedenken Sie, was es heißt, wenn jüdische Studenten aus Deutschland bei dieser Frage sich so begeistern, daß sie zusammentreten, um die erste für sie große Gabe zusammenzubringen. Das wird weiterwirken, und diese Studenten werden die besten Apostel für die große Idee einer hebräischen Universität in Palästina sein. Und haben Sie auch keine Angst, daß Sie auf der Universität in Palästina etwa ein Gelehrtenproletariat großziehen werden mehr als anderswo. Die Studenten, die in Europa keine Stätte haben, werden nach Amerika gehen, wo sie eine Stelle finden, frei studieren zu dürfen. Sie werden solche Freistätten doch ausfindig machen, und wenn sie sich durchbetteln müßten nach Amerika. Dann aber haben wir an dieser Stelle und in anderen Sälen gehört, daß es notwendig ist, Palästina zu erforschen. Man hat uns davon gesprochen, und wir empfinden selbst, daß die historischen Denkmäler im Lande Israel verloren gehen, und daß sie von Völkern anderer Herkunft okkupiert werden, soweit sie noch vorhanden sind. Wir haben eine Gesellschaft gegründet zur Erhaltung der historischen Denkmäler Palästinas für das jüdische Volk. Aber was wird diese Gesellschaft leisten können. Ganz anders wäre es, wenn die jüdische Wissenschaft in Palästina selbst ihren Sitz hätte. Da werden die Denkmäler erhalten werden, und man wird retten können, was an Resten unseres Altertums auf wissenschaftlichem Gebiete noch da ist. Wir werden erlösen, was von unseren Denkmälern noch nicht vernichtet und geraubt ist, von unseren Alter-

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