Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 341)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 334 - Sie mich damit, liquid muß jede Bank sein. Nein, meine Herren. Bei uns liegen die Verhältnisse anders als anderswo. In Deutschland betrachten die Banken es als ein gespanntes Verhältnis, wenn sie 40 o/o erstklassiger Werte haben. Erstklassige Werte sind Wechsel usw., zweitklassige sind Lombarden und ähnliche Werte. Bei diesen verlangt man, daß der Betrag ganz vorhanden sein soll. Meine Herren, ich kann Ihnen die Versicherung geben, unsere A. F. C. ist so gut fundiert, wie nur irgend möglich. Aber die Verhältnisse in Palästina erfordern, daß für die Liquidität ganz besondere Mittel ergriffen werden. Dort sind selbst Wechsel und erstklassige liquide Mittel, die man hier als solche betrachtet, gar nicht liquid. In Palästina können wir mit dem Wechsel in dem Momente nichts machen, wenn Geld verlangt wird. Das einzige Liquide, was dort ist, ist bares Geld oder Bargeld, das man in einiger Zeit eventuell überwiesen bekommen kann. Sie können sich denken, daß wir bei einem Depot von etwra 10 Millionen stets bereit sein müssen, um unsere Mittel möglichst liquid zu halten, um in dem Momente, wo es nötig ist, sofort nach Palästina Geld senden zu können. Unser Run hat gezeigt, daß wir im Laufe einiger Tage ganz große Beträge überweisen konnten. Wir haben damit den Ruf unserer Bank außerordentlich gestärkt, und seitdem, hat man zu uns mehr Vertrauen als früher. Wir müssen auch bereit sein, — wenn Sie sich die Bilanz unseres J. C. T. ansehen, werden Sie sich davon überzeugen, daß wir dafür sorgen — wenigstens 100 000 Pfund bis 150 000 Pfund so disponiert zu halten, daß wir sie jeden Tag dorthin, überweisen können. Wenn auch die Dividende dadurch etwas verkleinert wird, so muß es doch geschehen, weil wir diese Vorsicht unseren Banken. und Depositeuren schuldig sind. Noch ein Punkt, über den sehr viel gesprochen wird, ist unsere Reserve- und Dividendenpolitik. Diesbezüglich können die Ansichten verschieden sein. Es gibt Aktionäre, die sich sehr dafür interessieren, eine Dividende zu bekommen, dagegen gibt es andere, die es vorziehen, daß das Institut lieber gestärkt werde. Ueber diese Verschiedenheit der Meinungen wellen wir nicht sprechen. Wir sind da unter ganz besonderen Verhältnissen. Wer, wie ich Gelegenheit hatte, zu sehen, wie z. B. ein Emigrant kommt, dessen einziges Gut, dessen einzige Habe, die ihm geblieben ist, die Aktie des J. C. T. und der Couponbogen ist, für den er seine Dividende bekommt, wer das gesehen hat, dem wird die Ueberzeugung nicht weggenommen werden können, daß wir verpflichtet sind,, eine Dividende zu geben, wenn unsere Mittel es uns erlauben. (Zustimmung.) Was die Reserven anbelangt, so muß ich sagen: Allerdings müssen wir das reservieren, was bei uns irgendwie zweifelhaft ist. Aber ich kann Ihnen als Vorsitzender des Direktoriums versichern, daß — wir denken nicht daran, unsere Bank zu liquidieren — daß aber, wenn jemals dieser Augenblick kommen sollte, jeder Aktionär mehr bekommen wrird, als was seine Aktie als Wert ausmacht. Dies wird genügen, um zu zeigen, daß wir gut gesichert sind. Nur noch einen anderen Punkt. Glücklicherweise hat sich bei uns eine Teilung in zwei Arten von Aktionären aus sich selbst herausgebildet. Wir haben einen großen Teil von Aktionären, welche die Dividende nicht abholen. Was heißt das? Sie lassen die Dividenden der Bank als Reserve. Dafür sagen wir: jejascher koach (Zwischenrufe). Gewiß, es ist sehr gut. Für die Stärkung der Bank ist es sehr erwünscht. Dadurch ist uns die Möglichkeit gegeben, eine größere Dividende zu geben, weil ein Teil davon nicht beansprucht wird. Warum sollen diejenigen, welche die Dividende nötig haben, sie nicht bekommen, warum sollen wir sie ihnen nicht geben? Ich wäre, was den J. C. T. anbelangt, mit meinen Ausführungen fast fertig. Ich muß gestehen, daß die Fortschritte, die hier der J. C. T. zeigt, — und er zeigt Fortschritte —