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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 335

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 335 (sequence 342)
Language
German, English, Hebrew
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— 335 — viel zu langsam sind. Das will ich gerne zugeben. Sie stehen namentlich nicht in Proportion zu den Wünschen und Hoffnungen, die wir einmal hatten. Aber, meine Herren, neulich hat einer unserer besten Juden, Professor Ehrlich, gesagt — ein sehr einfaches Wort —: Zum Gelingen einer jeden großen Sache gehören vier Dinge. Es gehört dazu Glück, es gehört dazu Geschick, es gehört dazu Geld und es gehört endlich dazu Geduld. Glück, meine Herren, hat das jüdische Volk sehr, sehr wenig. Geschick? Na, damit sieht es beim Direktorium offenbar schwach aus. Auch Geld haben wir nicht allzu viel. Aber, meine Herren, das einzige, was das jüdische Volk noch nicht verloren hat und nicht verlieren wird, das ist die Geduld und die, bitte ich, wollen Sie auch bei unserer Bank haben. (Lebhafter Beifall.) Nun ein paar Worte über die Anglo Levantine Banking Co. Was für eine gesunde und gute Institution wir an der A. L. B. C. geschaffen haben, das werden Sie daraus ersehen, daß sie diese zwei Jahre in der Türkei gesund und glücklich überstanden hat. Denn während solcher zweier Jahre des Krieges in der Türkei zu arbeiten — unsere Kunden waren zumeist teils in Adrianopel, teils in Kirkkilisse und Tschadaldscha, monatelang haben wir nicht gewußt, ob sie überhaupt noch am Leben sind oder nicht, ob ihr Hab und Gut noch existiert oder nicht — und diese Zeit nicht nur zu überstehen, sondern die Jahre 1911 und 1912 haben Gewinne abgegeben, wie sie überhaupt noch nie bei uns da waren. (Lebhafter Beifall.) Das ist eine Leistung. Es hat sich herausgestellt, daß alle unsere Freunde in Adrianopel und in Kirkkilisse sowie in Tschadaldscha heil und unversehrt geblieben sind, und das hat es uns möglich gemacht, Geschäfte kommissionsweise und ähnlich zu machen, so daß wir, wie gesagt, einen besseren Gewinn erzielten, als je zuvor. Ich glaube, daß abgesehen vom geschäftlichen Standpunkte, diese kleine Gründung, die wir in Konstantinopel gemacht haben, die den Hauptzweck hatte, daß wir in der Türkei Fuß fassen, wirklich sehr zu begrüßen ist und daß wir uns darüber freuen können. (Lebhafter Beifall.) Ich will übergehen zu unserer Hauptgründung, dort, wo uns row minjan row binjan liegt, zur A. P. C. Hier werden Sie mir gestatten, vielleicht noch ein paar Wrorte über die allgemeine Lage in Palästina hinzuzufügen. Unsere Bank ist zu einem viel zu wichtigen Faktor in Palästina geworden, als cjaß sie nicht im Zusammenhang stehen sollte mit den allgemeinen Verhältnissen dortselbst. Palästina hat in diesen zwei Jahren natürlich auch unter dem Einflüsse des Krieges zu leiden gehabt, aber das hat sich weniger in der wirtschaftlichen Lage Palästinas ausgedrückt. Diese war ziemlich unverändert, im großen und ganzen nicht glänzend. Die Ernte war etwas besser als im Jahre 1910, aber trotzdem mittelmäßig, sowohl im Jahre 1911 als im Jahre 1912. Der Handel war um eine Kleinigkeit besser als früher. Das Exportgeschäft hat sich im Jahre 1911 um 2 Millionen vergrößert, im Jahre 1912 um l1^ Millionen. Der Import hat sich im Jahre 1911 um 4 Millionen vergrößert, dafür aber im Jahre 1912 um 2 Millionen verkleinert. Die Steigerung, welche der Handel Palästinas in den früheren Jahren zu verzeichnen hatte, war in diesen zwei Jahren leider nicht zu bemerken. Es war wohl eine gewisse Steigerung vorhanden, aber sie reichte nicht aus. Außerdem ist sehr zu bedauern, daß dieses fruchtbare Land noch immer genötigt ist, Getreide und Weizen zu importieren, daß es selbst nicht genügend hervorbringt, um die Bevölkerung zu ernähren. Ich konstatiere diese traurige Tatsache, um daran zu mahnen, daß hier wohl bald eine Wandlung zum Besseren eintreten wird, daß Palästina bald die Kornkammer der anderen Länder werden wird, nicht daß man, wie gegenwärtig, 84 000 Säcke Weizen nach Jerusalem wird bringen müssen, um die Bevölkerung zu ernähren. Die anderen Zweige des Geschäftes gingen ihren langsamen Weg. Es %

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