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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 324

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 324 (sequence 331)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 324 — spottklein sind. Ich bin aber stolz, daß ich der „mathchil bemizwah" bin daß ich die erste relativ größere Spende im Andenken meiner Mutter — Sichronah liwrachah — gerade der jüdischen Hochschule in Jerusalem dediziert habe. Wenn Sie hier entscheiden werden, wo das Zentralkomitee sein soll, welches diese Gelder sammeln wird — ich persönlich will die Gelder nicht übernehmen, ich werde auch das mir zugesandte Geld der Zentralstelle übergeben — so werden Ihnen Gelder in größerem Umfange zufließen. Sie werden also nicht nur ein Komitee zu bilden haben, sondern auch die einzige Stelle, bei der alles Geld für die Universität konzentriert werden muß. In London habe ich zunächst moralische Erfolge gehabt, und ich will verkünden, daß bedeutende Männer Englands, an ihrer Spitze der neue Chiefrabbi Dr. Herz, mir zugestimmt haben, daß Dr. Herz mir die Hand darauf gegeben hat, daß er für die Sache eintreten wolle und alles tun werde, um sie zu verwirklichen. (Lebhafter Beifall.) Ich weiß, daß es Gegner gibt, und -eben der Gegner wegen trete ich hier vor. Für diejenigen, welche die Universität haben wollen, habe ich es nicht notwendig zu sprechen. Wenn die Sache durchgesprochen sein wird, hoffe ich, werden wir zum Ziele kommen. Hier auf dem Kongresse werden vielleicht die Herren auf der äußersten Linken (Poale Zion) etwas dagegen sprechen. Meine Herren, ich bin auch für den Ackerbau und verkenne nicht die Wichtigkeit der Arbeiterfrage in Palästina. Wollen uns dagegen diese Herren die Doktoren ganz wegnehmen und uns nicht einmal ein paar hundert lassen? Eigentlich ist doch das auch in Ihrem Interesse. Sie benötigen ja auch diese Doktoren, wollen Sie uns die ganz entbehrem lassen? Es ist ein Einwand erhoben worden bezüglich des Lehrkörpers. Wo werden wir die Lehrer hernehmen? Wenn wir nur die begabten jüdischen Köpfe, welche aus Europa ausgestoßen sind, aufnehmen, so haben wir genügendes Lehrpersonal für Palästina und für Jerusalem. Wenn ich Ihnen die Namen der Aerzte und Gelehrten ein ganz kleinwenig aufzählen würde, so würden Sie sich dessen bewußt werden — viele wissen es ohnedies — daß wir gute und vorzügliche Namen hatten und haben: Lombroso, Schiff, Wassermann, Widal, Ehrlich, Hagen, Heidenhain, Germain, See, Senator, Traube, Mojjo u. a. m. Mit einigen dieser Herren habe ich in Frankreich, in England und in Deutschland persönlich gesprochen und habe einige Zusicherungen bekommen, daß, wenn der Moment kommt, und wenn wir schon etwas Praktisches nötig haben, sie mit aller Kraft eintreten werden, um dieser Sache behilflich zu sein. (Lebhafter Beifall.) Ich meine, daß die Errichtung einer medizinischen Hochschule in Palästina ein politischer Akt von höchster Wichtigkeit ist. Er gehört zwar zum „Knödelzionismus", aber das Knödel ist mit Politik fasziert. Und das vom Hügel Jerusalems herunterblickende Gebäude einer jüdischen Universität wird auf manchen König und Großherzog -ebenso gut wirken, wie eine Rede eines guten politischen Zionisten. Ich will diese Sache unter die blauweiße Fahne der jüdischen Organisation des Zionismus stellen. Ich weiß, es ist eine panjüdische, eine pannationale Frage. Alle Juden werden daran teilnehmen müssen. — Ich tue es aber aus praktischen, persönlichen und allgemeinen Gründen. Nur der Zionismus hat schon bewiesen, daß er organisatorische Kraft hat, und heute kann in Palästina nichts unternommen werden ohne Mitwirkung unserer zionistisdhen Organisation. Ich bitte Sie nur um Ihre Zustimmung. Es geht jetzt nur um Ihre theoretische Zustimmung. Schließen Sie nur die Augen für einen Moment, stellen Sie sich vor, die medizinische Hochschule wäre schon errichtet und diese blauweiße Fahne flattere nicht vom Gebäude des Wiener Musikvereins hier

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