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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 323

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 323 (sequence 330)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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ich einen Kollegen gesehen, welcher sich mit einer entomologischen Sammlung herumträgt. Wenn wir solche Institutionen hätten, hätten wir gewiß viele solche Sammlungen finden können. Ich möchte noch auf eine kleine Sache aufmerksam machen. In Kowno ist jüngst ein Arzt gestorben (Dr. F e i n b e r g), welcher in 50 Jahren eine medizinische Bibliothek gesammelt hat, welche einen erheblichen Wert besitzt. Die Erben haben unter dem Einflüsse zweier meiner Kollegen, des Herrn Dr. L a p p o und des Herrn Dr. Schwarz, sich entschlossen, diese Bibliothek jetzt der jüdischen medizinischen Hochschule zu übergeben. Noch eine analoge Mitteilung ist mir jüngst aus Czernizow zugegangen. ((Lebhafter Beifall.) Sie haben hier also einen guten Anfang für eine medizinische Bibliothek. Wir haben mit kleinen Spenden angefangen, hoffentlich werden größere Gaben folgen. Die Zionisten aller Nuancen und Schattierungen müssen hier zusammenwirken, sowie überhaupt alle Juden. Ich fange bei den ältesten an, bei den Misrachi. Die Misrachi haben, als gestern vom „Schmaden" die Rede war, „pfui!" gerufen. Pfui ist Agada! Ich will Knödel. Die Missionen bauen doch Konversationshäuser, um die Juden zum Schmaden zu verleiten. Warum sollen w i r kein Haus bauen, um unsere Jugend vom Schmad abzuhalten? Wenn wir auf solche Weise 100, ja nur 10 junge Leute vom Schmad abhalten, so muß das allein für die Misrachi Grund genug sein, für uns zu stimmen, denn wir haben erfüllt „Mekajem nefesch" und haben „olam habo". Dieser Grund allein also muß für den Misrachi maßgebend sein, es sind aber auch noch andere Gründe da. Das wird die einzige Hochschule sein, die einzige Universität, wo wir den Sabbath und die Feiertage halten können (lebhafter Beifall), da wird die erste jüdische Klinik sein, wo alle Patienten koscher werden essen können und last not least werden wir hier vielleicht feststellen können, was die jüdischen Speisegesetze gelten, was für wissenschaftliche und hygienische Unterlagen sie haben. Es wird natürlich keine Religionsschule sein, aber doch werden alle Strömungen respektiert werden können. Nun kommen die politischen Zionisten. Ich kann konstatieren, daß ich in London anläßlich des medizinischen Kongresses an den zionistischen Meetings teilgenommen habe, und dort wurde auch gegen die Universität gesprochen, aber alle waren für die Errichtung einer medizinischen Hochschule. Ich darf hier konstatieren, daß selbst die geachtetsten oppositionellen Elemente (die „Politischen"), die damals gegen die Universität sprachen, gesagt haben: gegen die medizinische Hochschule können wir nichts einwenden, dagegen können wir nichts haben. Und nicht meiner Person, sondern der Popularität meines Projektes schreibe ich die mir angenehme Tatsache zu, daß ich jetzt zufällig Wahlstimmen in Rußland sowohl, wie in verschiedenen anderen Staaten erhalten habe, daß ich in Amerika, in London, in Afrika als Delegierter zu diesem Kongresse gewählt wurde. Und es wurde dabei hervorgehoben, daß ich gerade meiner Agitation für die. Hochschule meine Wahl zu danken habe. (Lebhafter Beifall.) Das gibt mir Kraft und Arbeitsfreude. Von vielen Städten und Städtchen in Rußland habe ich begeisterte Briefe bekommen. Es wurden mir auch einige „Knödel" geschickt, einige tausend Francs, eine spottkleine Summe, das hat aber das Volk gegeben, Arbeiter, kleine Kaufleute, Geschäftsgehilfen, sogar Kinder, und deshalb sind mir diese Volkshelfer und Volkspfennige von Tausenden einzelner Personen doppelt teuer. Ich bin mir auch dessen bewußt, daß die 20 000 Frcs., die ich der jüdischen Hochschule zugewendet habe, 21*

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