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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 321

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 321 (sequence 328)
Language
German, English, Hebrew
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— 321 — Hochschulfrage angekündigt. Unsere Organisation allein ist noch zu jung und klein, um siöh mit ganz großen Aufgaben zu befassen. Ich kann es noch im Namen unserer jungen Organisation leider nicht tun. Ich habe aber bisher und werde auch späterhin alle unsere kleineren Schöpfungen als einzelne Steine des gesamten Gebäudes, welches sich in eine medizinische Hochschule endgültig ausgestalten wird, betrachten. Die Polikliniken werden in Jerusalem reichliches Material haben können und hier werden audh die Baukosten kleiner sein. Es wird nötig sein, noch ein größeres Krankenhaus zu errichten, um diejenigen Abteilungen zu konstituieren, welche jetzt zu klein sind, oder gar fehlen. Wie ich es mit Fachleuten erörtert habe, dürften diese Baukosten sich auf zirka 4—5 Mill. Francs beziffern. Man kann aber auch im Anfang mit kleineren Kosten auskommen. Da die Erhaltung eines Studenten jährlich zirka S00 M. kostet, so wäre für die Erhaltung der ersten Partien von 200—250 Medizinern ein Betrag von zirka 200 000 Frcs. erforderlich. Als Grundkapital wäre für diese Summe der Betrag von 4—5 Mill. Frcs. nötig. Man kann aber das Erhaltungsgrundkapital vielleicht z. T. entbehren, da man auf diese Kosten durch Stipendien-Subskriptionen kommen könnte. Wenn die Juden die Hälfte der Gelder, die sie für allgemeine Schulen spenden, dem jüdischen Volke zuwenden wollten, so hätten wir schon längst eine jüdische Universität. (Sehr richtig!) Man muß zunächst diejenigen jüdischen Mäcenate packen, welche uns das Baukapital zusammenbringen würden. Wozu sind denn die jüdisdhen Millionäre da, um nicht Geld zu geben? Wozu haben wir sie denn nötig? Wozu sind denn wir Sdhnorrer da? (Heiterkeit.) Man muß reden, arbeiten, man muß den Boden ackern, pflügen, durdh kleine Sammlungen eine Spendenatmosphäre schaffen, in welcher die Millionäre gezüchtet werden und ich behaupte, sie ist schon geschaffen! Es wurden noch eine Anzahl anderer Einwände gemacht. Jüdische Schreiber und Baal-Habatim haben sich auch zu Spezialisten in der Anatomie herangebildet. (Heiterkeit.) Was wird dann mit dem Anatomieunterrichtet sein? Ja, ja, es ist eine schwierige Frage, sie läßt sich aber beantworten. Was machen die medizinischen Schulen in Konstantinopel und in Beirut? Dort bestehen doch dieselben Bedingungen, ich will Ihnen einen „Sod" mitteilen: Wenn man w i 11, bekommt man dort auch exhumierte Leichen. (Unruhe.) Vergessen Sie nicht, daß die Absolventen der Beiruter Schulen auch das Recht haben, in Frankreich und in Amerika zu praktizieren. In vielen Orten geht es schwer mit den Sektionen und Vivisektionen. In Amerika sind die Vivisektionen verboten und doch sind dort tüchtige Aerzte vorhanden. Es werden von Leichen die Eingeweide, ohne eine Sektion zu machen, herausgezogen und es wird in solcher Weise unterrichtet. Der Unterricht kann vorzüglich die jetzt ausgezeichneten Phantome und Moulagen ausnützen. In Paris und in Berlin werden vorzügliche Exemplare angefertigt. Idh behaupte, daß einige Organe, so z. B. das Ohr und das Auge, bessör an Moulagen als an der Leiche studiert werden können. Ich habe mich dieser Präparate an der Pariser Volksuniversität bei meinen Vorlesungen mit Erfolg bedient. Erst während des letzten medizinischen Kongresses habe ich die vorzügliche Pathologo-anatomische Kollektion der Londoner Universität besichtigt. Ich habe auch vor kurzem eine vorzügliche Privatkollektion, welche einem jüdischen Professor gerade gehört, gesehen und habe sogar angefangen, in unserem Sinne ihr „näher zu treten". Solche Präparate erleichtern den Unterricht ungemein. Hat doch auch die Dorpater Universität hie und da eine Leiche aus Petersburg beziehen müssen und war die Fakultät doch vor Jahren eine der besten. Das Präparieren, die topographische Anatomie und Chirurgie kann auch an Tieren, Hunden und anderen ge- 21

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