Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 327)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 320 — der Professoren sehr gering ist. So zählt die Coimbraer Universität in Portugal nur 15 Professoren, die Universität in Dijon (in Frankreich) 15—18 Professoren. Belfast in Irland hat bei 616 Studenten nur fünf Professoren. In der Beirut er katholischen Universität St. Josef sind hei 223 Studenten 12—18 Professoren. Die protestantische Universität daselbst zählt 875 Studenten; dort lernt man alles, medizinische Professoren hat sie sieben. Es kommt natürlich darauf an, wieviel Studenten an der Universität studieren. In Paris z. B. lernen 17 000 Studenten, in Berlin 14 000, in Kairo, in Moskau und in Petersburg je 10 000, in Wien 8400, in New York und in Manchester je 7500, in Chicago, Neapel und Leipzig je 6000 Studenten usw. Je nach der Zahl der Studierenden wachsen die Ausgaben und die Einkünfte. Es sind da Städte, welche für die Erhaltung ihrer Hochschulen kleinere Gelder ausgeben. So kostet die Erhaltung der Kliniken in C a t a n i a in Italien 42 000 Francs jährlich, die anderen Institute kosten auch nicht viel. Die medizinische Hochschule in Besancon hat im Jahre 1910 nur 46 000 Frcs. dem Lehrpersonal ausgezahlt. 8200 Frcs. betrugen die anderen Kosten. Der Teufel ist ja nicht so schrecklich! Die medizinische und pharmazeutische Schule in Clermont-Ferrand hat dem Lehrpersonal, bestehend aus 19 Professoren, 54000 Frcs. gezahlt. Andere Ausgaben betrugen 16 208 Frcs. Natürlich will ich gerade an eine schöne gut ausgestattete Schule denken. Ich weiß, daß sie viel Geld kosten muß und will, daß sie viel koste. Man darf aber auch nicht übertreiben. Fiür die Errichtung der Hochschule könnte nur Jerusalem in Betracht kommen. (Lebhafte Zustimmung.) Das ist die größte und zentrale Stadt, der Brennpunkt unserer Ziele und Bestrebungen. (Lebhafter Beifall.) Sie hat schon Spitäler und Institutionen, welche zu Lehrzwecken ausgenützt werden können. Meine Damen und Herren! Ich will vor allen Dingen hier ein paar Worte der Organisation jüdischer Aerzte und Naturforscher dedizieren. Viele von Ihnen wissen, daß es uns am 10. Kongreß gelungen ist, die Organisation in ihrem jetzigen Stadium zustande zu bringen. In Rußland ist eine planmäßige Arbeit unmöglich. Alle meine Bestrebungen, einen legalisierten Verein zu schaffen, sind gescheitert. Eine Reise nach Petersburg war resultatlos. Auch sind drei Reisen nach Berlin ohne Resultat geblieben. Endlich aber haben sich die Berliner Kollegen zusammengetan, und jetzt haben wir ein Komitee, welches schon zirka 100 illustre Namen zählt, unter denen die Namen der bekanntesten jüdischen Gelehrten, Rabbiner und anderer tätiger Männer zu verzeichnen sind. Es ist aber alles nicht nur auf dem Papier. Es ist schon möglich, auch Tatsachen zu verzeichnen. Es sind in Jerusalem schon einige hygienische Institutionen, welche eine große Bedeutung haben. Gemeinschaftlich mit den deutschen und mit den Straußschen Institutionen hat das „Health office" eine bakteriologische Abteilung, eine Tollwutstation, eine Station zur Bekämpfung der Malaria und des Trachoms. Wir haben schon einen Etat von zirka 10 000 Frcs. jährlich und zirka 450 Mitglieder. Ich habe mich bei meiner Palästinareise überzeugen können, wie nötig solche Institutionen sind, und Sie werden zugestehen müssen, daß es für die kurze Zeit der Existenz der Gesellschaft einen relativ wichtigen Erfolg bedeutet, und dem wird als logische Schlußfolgerung ein möglichst reichlicher Zufluß von Mitgliedern folgen. Der Mindestmitgliederbeitrag ist nur 6 M. Wie schon aus dem Protokolle des letzten Kongresses ersichtlich ist, habe ich schon damals mich nicht auf die zwar wichtigen, aber doch verhältnismäßig kleinen Aufgaben beschränken wollen. Ich habe schon damals die