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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 318

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 318 (sequence 325)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 318 — es ist ein gutes Gericht, und ich lade Sie alle zu Tische ein. Es ist schon wirklich Zeit. Die Finsternis ist schon zu dicht. Es ist Zeit, daß man sage: Fiat Lux! Es muß kommen — „Lajhudim haita-orah w'simcha w'sasson wikar". Unsere Feinde haben es begriffen, daß* wie bei Simson die Kraft in den Haaren war, die Kraft des jüdischen Volkes in seiner Intelligenz und in seinem Geiste liegt, und jetzt wollen sie unserem Volke diese Haare abschneiden. In diesem Falle werden wir aber das positivste Nein sagen. Die Haare des jüdischen Volkes sind „kodesch kodaschim", besonders für unreine Hände — Hands off L Kein einziges Haar werden wir vom! Kopfe des greisen, klugen jüdischen Volkes fallen lassen. Aber dazu ist Knödelpolitik notwendig. Die Frage der Errichtung einer medizinischen Fakultät zerfällt in verschiedene kleinere Fragen. Es wurde schon gestern in glänzender Form erörtert, ob die Errichtung einer Hochschule überhaupt notwendig ist. Es wurde auf die Verhältnisse in Rußland und in verschiedenen anderen Staaten hingewiesen. Man braucht nicht weit zu gehen. Hier am schönen blauen Donaustrande haben Sie mit dem Waidhofner Programme genug Grund dafür, um für eine Universität in Jerusalem zu sprechen. Dann sind zwei Sachen, welche hier erörtert werden müssen, nämlich die jüdische Wissenschaftsnot und das jüdische Wissenschafts weh. Unter Wissenschaftsnot verstehe ich die Unmöglichkeit für die jüdische Jugend, in ihrer Bildung weiter fortzukommen. Unter Wissenschaftswehe verstehe ich das Wehe unserer jüdischen talentvollen Leute, welchen man in Europa in ihrem Fortkommen Schranken aufstellt. Sind denn die Ereignisse im kulturellen Westeuropa, die Grüße aus Halle, aus Leipzig, aus Paris, aus der Schweiz, all die Tatsachen, wekhf die hutere jümsche Wissen diaiisnot sch»kUrn, nicht ausreichend genug? Wollen Sie denn noch andere haben? Gebe Gott, daß ich ein schlechter Prophet sei, £s können noch neue beweiskräftige Tatsachen kommen. Sie sind sicherlich an der Reihe. Nicht weniger himmelschreiend, obwohl weniger empfindlich, ist das, was ich jüdisches Wissensdhaftsweh nenne. Viele begabte jüdische Kräfte bleiben im Hintergrunde, weil man sie in ihrer Evolution als Juden hemmt. Sie wissen alle, daß z. B. Ehrlich, Wassermann und mein Chei Senator keine ordentliche Professur erlangen konnten und vielen Gelehrten, in Rußland insbesondere, dasselbe Schicksal beschert ist. Auch ich persönlich empfinde dieses Weh. Vielleicht habe ich deshalb die Agitation aufgenommen und habe sie an Mandelstamms Namen geknüpft, weil er als Jude niemals Professor werden konnte. Einen weiteren Grund bildet die große Zahl der jüdischen Mittelschulen, welche in Palästina jetzt bestehen. Sie haben bei den kinematographischen Vorführungen des jüdischen Lebens in Palästina gesehen, wie groß die Zahl der Schuljugend war, welche an den Festlichkeiten teilnahm. Ken irbu! Was werden diese Kinder machen, wenn Sie ihnen nicht Fenster und Türen zum weiteren Fortkommen offenhalten wollen? Wir haben ihnen eine jüdische Erziehung gegeben. Und jetzt sollen sie vielleicht wieder in den Galuth zurück und anfangen, Gojim zu werden? Die zweite Frage ist die: Warum bestehe ich gerade darauf, daß eine Medizinische Hochschule gegründet werde? Ich habe auf meiner Reise in Palästina gesehen, wie kläglich dort die sanitären Zustände sind, wie wichtig die Frage der Wasserversorgung, der Kanalisation ist, ich habe alle Infektionskrankheiten gesehen, welche dort wüten. Alles das erfordert Hilfe. Ist denn das normal, daß man in dem Spital Schare Zedek, wenn man einen Chirurgen braucht, ihn aus der Mission holen muß? In der Schule Saint Joseph in Beirut, wo einige jüdische Studenten lernen, sind sie verpflichtet, jeden Morgen mit den anderen Studenten die katholi-

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