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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · page 324

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 324)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4236-3480379
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ZWÖLFTE SITZUNG Dienstag, den 9. September 1913 Beginn der Sitzung: 10 Uhr 25 Minuten Präsident Wolffsöhn: Ich eröffne die Sitzung und erteile das Wort Herrn Dr. Bendersky. Del. Dr. Bendersky (mit lebhaftem Beifall begrüßt, spricht hebräisch): Verehrter Kongreß! Als offizielle Kongreßsprache wird die hebräische Sprache betrachtet. Ueber die heilige Frage der Schaffung eines Hauses für die Wissenschaft im heiligen Lande durfte und wollte ich gerade in der heiligen (hebräischen) Sprache vortragen, aber da die Sache, für welche ich hier plaidieren will, eine pannationale, eine panjüdische ist, will ich mich, um von allen Anwesenden verstanden zu werden, der deutschen Sprache bedienen. (Deutsch fortfahrend): Viele von Ihnen wissen, daß ich vor knapp zwei Jahren die Agitation für die Errichtung einer Medizinischen Hochschule in Palästina aufgenommen habe. Offiziell heißt es, daß ich in der Diskussion das Wort nehme ... ich erteile aber hier ein Referat über die Hochschulfrage. Die Idee der Gründung einer Universität war nicht neu, und wenn die früheren Initiatoren mit ihren Projekten nicht bis zu Ende gekommen sind, so ist das nicht Fehlern zuzuschreiben, die sie begangen hätten, sondern dem Umstände, daß die Bedingungen, welche zur Errichtung einer solchen Institution nötig sind, damals gefehlt haben. Um einem Mißverständnisse gleich vorzubeugen, will ich sofort feststellen: Wenn ich hier nur von der Medizinischen Fakultät spreche, so beweist das nicht, daß ich gegen die Errichtung anderer Fakultäten auftrete, aber ich bin Arzt, bin nur in dieser Frage Fachmann und halte mich nur in dieser Frage für berechtigt, zu plaidieren. Ich werde nicht der letzte sein, welcher für die Errichtung eines ganzen „Beth-Hamikolasch", einer vollständigen Universität sein wird, aber wenn man mich fragt, welche Fakultät ich für die allerwichtigste und allernötigste halte, so werde ich ganz bestimmt und klar sagen: das ist die Medizinische Fakultät. Mein Projekt hat bekanntlich eine ganze Literatur geschaffen und eine ganze Opposition hervorgerufen. Man hat mich sogar als einen Anarchisten bezeichnet. Ich meine aber, daß eben darum, weil ich in anarchistischer Weise im Anfang eben hervorgetreten bin, ist das Projekt in die Tagesordnung des Kongresses aufgenommen worden. Die Juden sind überhaupt atavistische Kritiker, und deshalb haben sie angefangen, theoretisch über die Frage viel zu schreiben. Ich meine aber, daß die Zeit gekommen ist, wo wir genug mit der A g a d a uns beschäftigt haben, daß es Zeit ist, mit den Reden aufzuhören und endlich „Knödel zu essen" und zur Sache überzugehen. Ich möchte die Zionisten in zwei Teile zerlegen: in die „Agadazionisten" und in die „Knödelzionisten". Ich bekenne mich feierlich als einen Knödelzionisten, welcher die praktische Arbeit erstrebt und sage.

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