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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 314

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 314 (sequence 321)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4233-3480376
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— 314 — Wir haben in Palästina einen Versuch zur Schaffung eines nationalen Erziehungswesens gemacht; wir sind durch die Volksschule zur Mittelschule gelangt, und wollen wir eine ganze Sache ins Leben gerufen wissen, so müssen wir den Schritt noch weiter und bis zu Ende führen, nämlich von der Mittelschule zur Universität. Wir sind es auch unseren Gyimnasialzöglingen schuldig, daß wir ihnen die Möglichkeit verschaffen, ihre Bildung in demselben Geiste fortzusetzen, wie wir sie ihnen in unserer Mittelschule gegeben haben. Dann kommt noch eine Hinsicht ernstlich in Betracht. Heutzutage gehen die arabischen Studenten auf die amerikanischen und französischen Kollegs in Beyruth, und dort nehmen sie samt der Fachbildung auch eine hübsche Dosis von Antisemitismus auf. Wenn wir nicht rechtzeitig diese arabische Jugend an uns ziehen werden — und sie sollen auf unserer Hochschule die wärmste Aufnahme finden — so könnte ein Tag koimimen, wo die ganze arabische Intelligenz in Palästina gegen uns sein würde. Und die Zehntausende jüdischer junger Leute, die jahrein, jahraus von den russischen Hochschulen weggejagt werden? Und diese jungen Leute, die hier in Wien, auf der Schwelle ihrer Alma mater geprügelt wurden, wreil sie nämlich ihres Judentums sich bewußt sind, tragen diese denn nicht den Galuth auf ihren Schultern? Diese alle sollen auf der künftigen jüdischen Hochschule in Jerusalem versammelt werden, um1 da ein ungestörtes nationales Leben und Gefühl zu bekunden. Aber noch ehe die Universität da ist, haben sich schon ihre Gegner gefunden. Es bekämpfen sie auch ein Teil derjenigen, die für sie sein sollen. Und da heißt es: die Universität würde für sich Kräfte und Mittel in Anspruch nehmen, die für kolonisatorische Zwecke verwendet werden sollten. Darauf erkläre ich: wenn ich ebenfalls diese Befürchtung hegen müßte, so würde ich ebenfalls gegen die Universität sprechen. Ich halte auch den Bodenankauf als die Grundlage aller unserer Aufgaben in Palästina. Aber ich halte es für eine falsche Befürchtung, was hier gesagt werde. Unser Gymnasium ist neben seinem Kulturwert auch ein ökonomischer und kolonisatorischer Faktor für das Land geworden. Und in noch größerem' Maße wird das von der Universität gesagt werden können. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Julius Simon: Es ist ein Antrag eingelaufen auf Wahl von vier Generalrednern mit 15 Minuten Redezeit. (Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Ruhe! (Erneute Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Ruhe! Warten Sie! Jetzt spreche ich. Außerdem hat das Recht zu sprechen Herr Dr. Bendersky, der heute abend zum Worte kommen sollte, dem ich das Wort auch erteilt habe, der aber mit Rücksicht auf die Nachtsitzung auf das Wort verzichtete, weil der Vortrag, den Herr Dr. Bendersky über diese Angelegenheit zu halten hat, längere Zeit beanspruchen wird. Außerdem hat die Fraktion Misrachi gewünscht, zur Kulturfrage zwei Redner zu entsenden mit Rücksicht auf den Umstand, daß sie bisher auf dem Kongresse überhaupt noch nicht zum Worte gekommen sei. Der Antrag auf die Wahl von vier Generalrednern bezieht sich also auf die Redner unter Ausschluß des Herrn Dr. Bendersky und unter Ausschluß der zwei Redner der Misrachi-Fraktion, welche dafür eine ganz große Menge von Anmeldungen von Rednern aus dieser Fraktion zur Kulturdebatte wegfallen läßt. Ich werde Ihnen vorerst sämtliche Namen der zur Debatte noch eingetragenen Redner vorlesen. (Verliest die Rednerliste.) Das Wort hat Herr S c h e i n k i n zur Geschäftsordnung. Del. Scheinkin (spricht hebräisch).

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