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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 303

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 303 (sequence 310)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4222-3480365
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— 303 — Diaspora. Die heutigen Lehrer sind fast durchgehend in nichtjüdischen Schulen ausgebildet, und der Unterricht ermangelt in vielen Beziehungen der nationalen Unterlage. Ganz anders würde es mit ihrem Unterricht aussehen,, wenn die Lehrer aus einer jüdischen Universität kämen und auch mit der Universität stets in organischem Zusammenhang blieben. (Beifall.) Es ist bekannt,, daß verschiedentlich ernste Bedenken geäußert wurden, die Universität könne die landwirtschaftliche Kolonisation schädigen. Es liegt mir fern,, die Bedeutung des hier sich ergebenden Problems einfach wegzudisputieren, aber es muß da doch von vornherein gesagt werden,, daß unser jüdischer Bauernstand in Palästina mit dem normalen Typ des Bauern nicht verglichen werden kann. Diesem Typ entspricht z. B. der norwegische Bauer nach seiner Bildung und seinen Kulturbedürfnissen in keiner Weise. Die Entwicklung unseres Landes bewegt sich nach anderen Gesetzen wie die etwa Australiens oder eines anderen Landes. Wenn wir die bekannten ökonomischen Schemata auf Palästina und unser Volk anwenden, so würde es uns nicht sehr weit führen. Der Jude ist nun einmal von einer starken Geistigkeit erfüllt. Wer wirklich die Aufgaben des Kolonisators erfaßt, wer nicht nur mit der manuellen Kraft, sondern mit der Psychologie des zu kolonisierenden Elementes rechnet, der wird diese Geistigkeit nicht dadurch erledigen, daß er sie ignoriert, er wird sich vielmehr bemühen, sie zu produktivieren, ja, sie direkt wirtschaftlich nutzbar zu machen. Und wenn es jetzt auch unser innigstes Bestreben ist, unserem Volke den Pflug in die Hand zu drücken, es an seine Scholle zu binden, so ist doch dies eine klar: wir sind doch einmal das „Volk des Buches". Und unsere stärkste Waffe ist der Geist, und die Pflege dieses Geistes, die Stärkung und Bereithaltung dieser Waffe für die Erkämpfung eines besseren Lebens ist unsere Pflicht. Die Universität wäre unser geistiger Dreadnought,. mit welchem wir größere Erfolge erzielen könnten als die anderen mit ihren Armeen und Flotten. (Lebhafter Beifall.) In Palästina muß alles da sein, und zwar in der höchsten und schönsten Form, was man in der nichtjüdischen Welt findet, dann wird das Land eine Anziehungskraft ausüben auf die uns noch fernstehenden Elemente, und es werden uns Kräfte zufließen, von denen wir jetzt kaum zu träumen wagen. Die kulturelle Kolonisation Palästinas kann und wird zu einem Faktor in der Erreichung unseres großen Zieles werden, der an Wert der ökonomischen Kolonisation nicht nachgestellt zu werden braucht. Es ist bis jetzt nicht ohne Absicht nur von der Notwendigkeit der Universität aus national-palästinensischen Gründen heraus gesprochen worden, aber es ist leider nur zu bekannt, daß das Projekt ein,er jüdischen Hochschule seine Stütze auch aus einem Notstand des Diaspora-Judentums empfängt, der zu den brennendsten Fragen des Tages gehört. Man weiß zur Genüge, wie hart die Entrechtungen sind, unter denen die Mehrheit unseres Volkes leiden muß. Zu den Beschränkungen, welche die Juden in Rußland vielleicht am härtesten treffen,, gehört die von Staats wegen angeordnete Absperrung der

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