Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 299

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 299 (sequence 306)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4218-3480361
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 299 — die anderen tun, die diese Heimstätte in der Diaspora errichten wollen. Wir haben bereits schwierigere Leistungen vollbracht als die Gründung einer Hochschule. Der Keim eines jüdischen Gemeinwesens, wie er in unserer bisherigen Palästina-Arbeit gegeben ist, ist eine solche Leistung. Daß die Idee der Gründung einer Universität auf die wärmsten Sympathien weiterer Kreise rechnen darf, beweist die Tatsache, daß diese Idee in der kurzen Zeit, seitdem die Frage angeschnitten wurde, großen Anklang gefunden hat. Während des Kongresses haben mein Freund Weizmann und ich versucht, hier für die Universität zu werben. Die erzielten Erfolge waren recht bedeutend. So hat für die Gründung der Universität ein Herr aus Berlin, der nicht genannt werden will, 60 000 Frcs. versprochen (lebhafter Beifall); Herr Julius Simon, Isaak St raus und seine Freunde eine Summe von 50 000 Frcs., (lebhafter Beifall), Herr Dr. Bendersky aus Kiew hat bereits 20 000 Frcs., ein Herr aus Moskau, der nicht genannt werden will, 25 000 Frcs., Herr B r a s 1 o w s k y aus Ekaterinoslow 10 000 Frcs., ein Herr aus Rußland, dessen Namen Dr. Daiches nennen wird, 100000 Frcs. zugesagt. (Lebhafter Beifall.) Ein Herr aus Deutschland, der anonym bleiben will, hat 100 000 Frcs. gezeichnet. (Lebhafter Beifall.) Das sind, meine Herren, nur einzelne Personen, die selbst zu mir und zu Dr. Weizmann mit Spenden gekommen sind. Wenn aber m. H., der Kongreß ohne Nörgeleien, ohne diese kleinlichen Berechnungen, voll Enthusiasmus erklärt, daß er für die Sache eintritt und die Vorarbeiten für die Errichtung der Universität in die Hand nimmt, dann werden sich die Millionen finden. (Lebhafter Beifall.) Ich beantrage daher folgende Resolution: 10 Der Kongreß ist der Ansicht, daß eine Hochschule *— eine hebräische Universität — in Palästina einen nationalen und politischen Machtfaktor allerersten Ranges bilden würde und erblickt in der Gründung der Universität eine unserer wichtigsten und vornehmsten Aufgaben. (Lebhafter Beifall.) 11. Der Kongreß beschließt, an die Vorarbeiten zur Gründung der Universität zu schreiten. 12. Der Kongreß beschließt, daß die Universität in Jerusalem gegründet werden soll, daß ferner die Unterrichtssprache für alle Lehrfächer ohne Ausnahme, vom ersten Jahre ab, ausschließlich das Hebräische sein soll. 13. Der Kongreß setzt eine Spezialkommission ein, die gemeinsam mit dem E. A. C. alle Vorarbeiten und Vorstudien hinsichtlich der Gründung der Universität besorgen soll. Diese Aufgabe involviert drei Gebiete: a) die politische, resp. die Konzessionsfrage; b) Beschaffung der für die Vorarbeiten erforderlichen Mittel; c) Ausarbeitung des Lehrplanes, wie auch Führung von Unterhandlungen mit den in Betracht kommenden Dozenten für die verschiedenen Disziplinen, eventuell auch die Sorge für eine entsprechende Vorbereitung derselben, sei es hin-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.