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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 298

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 298 (sequence 305)
Language
German, English, Hebrew
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298 - ewigten Lewinsky tatkräftig förderte. Dieses Seminar erscheint geeignet, das Bedürfnis an geeigneten Lehrerinnen nicht nur in Palästina, sondern auch in der Diaspora zu befriedigen. Ich schlage Ihnen daher folgende Resolution vor: 9. Der Kongreß stellt fest, daß das von den Chowewe-Zion gegründete Lehrerinnenseminar auf den Namen Lewinskys von großer Bedeutung für die nationale Erziehungsarbeit im Lande ist, und erblickt in der Befestigung, Erweiterung und Ausgestaltung dieses Instituts eine überaus wichtige Aufgabe. Der Kongreß beschließt daher, daß die zionistische Organisation für diese Anstalt sorgen und das Budget derselben gemeinsam mit den Chowewe- Zion zu gleichen Teilen bestreiten soll. Haben wir bereits in Palästina ein ganzes System von Schulen verschiedener Stufen, als da sind: Kindergärten, Elementar- und Mittelschulen, Spezialschulen; wächst nun hier in der .günstigen Atmosphäre des neuaufkeimenden jüdischen Lebens ein neues Geschlecht ganzer Juden heran, so ist es nun Zeit, daß wir an jenes Werk denken, das die Krone unserer Kulturarbeit bilden soll; es ist Zeit, daß wir an die Gründung der Universität in Jerusalem denken. (Stürmischer, lange anhaltender Beifall.) Ich verhehle mir nicht, daß es zahlreiche Gegner dieses Gedankens gibt, wiewohl diese Gegnerschaft nicht der Idee selbst gilt, sondern von der Ansicht ausgeht, daß der Zeitpunkt hierfür noch nicht reif ist. Demgegenüber bin ich der Ansicht, daß es wohl an der Zeit ist, an diese große Aufgabe heranzutreten. Wir stehen vor einem großen, entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Orients. Die folgenschweren Ereignisse der letzten Zeit lassen schließen, daß die Entscheidung über das Geschick des Orients, Palästina mit einbegriffen in nicht allzu ferner Zukunft fallen wird. Vom Norden und Süden her3 von französischer und englischer Seite, rücken jene Mächte heran, die Palästina ihrem Einfluß unterwerfen wollen. Nun gilt es auf der Hut ziu sein. Könnten wir in kurzer Zeit den palästinensischen Boden erwerben, so wäre dies gewiß der sicherste Weg, unseren Einfluß zu stärken und jenen Gelüsten entgegenzutreten. Leider liegen die Verhältnisse nicht so. Es bleibt uns also nichts übrig, als unsere Positionen im Lande auf anderem Wege zu befestigen. Es ist dies der Weg der kulturellen Vorherrschaft. Wenn wir es dahin bringen, daß das höchste Institut im Lande für Kultur und Wissenschaft unser ist, so ist unser Einfluß gesichert. Und ich erkenne die Schwierigkeiten der Sache durchaus nicht. WTir haben weder das Geld, noch das geeignete Lehrpersonal, das in hebräischer Sprache unterrichten könnte, noch auch die Genehmigung der türkischen Regierung. Was aber all diese Schwierigkeiten aufwiegt, das ist die eherne Notwendigkeit und der Wille. Bisweilen werden große Dinge nicht durch kalte und nüchterne Berechnung, sondern durch glaubensstarken Enthusiasmus geschaffen. Es geht zurzeit der Ruf durch die jüdische Diaspora: Schaffet eine Heimstätte für eure Kinder, damit sie nicht dazu verurteilt sind, immer im Exil zu leben und fremde Weinberge zu hüten. Wenn wir nicht für die Schaffung dieser Heimstätte sorgen, werden es

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