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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 291

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 291 (sequence 298)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4210-3480353
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— 291 — fonds unterstützt die jüdischen Arbeiter, damit nicht unsere Bauern auf fremde Arbeiter angewiesen seien; der „Kedem" wird die heimischen Schulen unterstützen, damit nicht unsere Kinder gezwungen werden, die Missionsschulen zu besuchen. Die Tatsache, daß jüdische Eltern in Palästina gezwungen sind, aus Mangel an Schulen ihre Kinder in die Missionsschulen z:u schicken, ist ein nationales Unglück. Das ist keine Erziehung, das ist ein Skandal I Die Folgen sind unberechenbar und können unermeßlichen Schaden bringen, wenn wir nicht rechtzeitig eingreifen und unsere Schulen eröffnen, um das junge Gemüt in unserem Sinne zu erziehen. Es ist hier am Platze, zu bemerken, daß der „Kedem" nicht etwa Kulturprobleme als solche zu lösen beabsichtigt, er wird sich vielmehr als eine Kraft betrachten, die berufen ist, die Anerkennung der politischen Nationalidee zu erstreben, in der palästinensischen Judenheit den Jischuwgedanken zu pflegen und ein junges Geschlecht heranzuziehen, das mit dem Boden der Väter mit materiellen und mit moralischen Banden verknüpft ist. Der „Kedem" wird zu allererst die Herausgabe von Lehr- und Lesebüchern für den Schul- und Selbstunterricht unternehmen. Diese Arbeit setzt aber eine andere voraus, d. i. die Vergrößerung des hebräischen Sprachschatzes. (Beifall.) Der Mangel an modernen, technischen und alltäglichen Worten und Ausdrücken hemmt die Entwicklung der hebräischen Sprache. Unsere palästinensischen Lehrer waren die ersten, die sich für die schwere Arbeit, solche Wörter zu schaffen, organisiert haben. Wir sind ihnen für diese Grundsteinlegung für die nationale Sprachakademie herzlich dankbar. Jedoch sind ihre Kräfte in jeder Beziehung noch zu schwach, um Großes leisten zu können. Es müßte zu diesem Zwecke ein ganzes Synhedrion für hebräische Kultur und Sprachwissenschaft eingesetzt werden, eine wirkliche Akademie auf breiter wissenschaftlicher Basis und unter Mitarbeit aller jüdischen Gelehrten in Palästina und in der Diaspora. Diese Institution wird alsdann in allen hebräischen Sprachangelegenheiten die höchste Autorität vorstellen. (Beifall.) Es ist noch eine wichtige Frage auf der Tagesordnung: Die Frage der Gründung einer jüdischen Universität in Jerusalem. Es ist wahr, daß wir unserer studierenden Jugend im Golus nicht helfen können. Dagegen sind wir aber keineswegs der Pflicht enthoben, den Zöglingen unserer Gymnasien in Palästina den Weg zu ihren weiteren Studien zu bahnen. Die diesjährigen ersten Abiturienten des Jaffaer Gymnasiums sind die wirklichen nationalen Erstlingsfrüchte,, die nationalen B i k u r i m auf unserem pädagogischen Felde in Erez Israel. Und da unsere diesbezüglichen Pioniere und Bahnbrecher mit fast leeren Händen nach Palästina kamen und nur dank ihres unbeugsamen Willens und ihrer großen Opferwilligkeit diese Vorhalle der Wissenschaft, dieses hebräische Gymnasium entstehen konnte,, so ist es auch unsere heiligste Pflicht, ihr nationales Werk fortzusetzen und für den Aufbau des eigentlichen Tempels der 19*

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