Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 278 — sie Fehler gemacht und Geld verloren hat. Wir haben früher von Herrn Goldberg gehört, und ich stimme mit ihm .tiberein, daß für die Anregung der Privatinitiative kein Institut wichtiger ist als dieses, daß es, die Parzellierungstätigkeit aus Eigenem betreiben müßte, aber daß es auch, weil es vorerst nur eine vermittelnde Tätigkeit ausüben kann, nicht überflüssig geworden ist. Die P. L. D. C. muß ausgebaut werden, und ich persönlich stehe auf dem Standpunkte, daß auch der Nationalfonds, mit seinen Kräften dazu beitragen muß. Man hört lyrische Töne, daß der Groschen des kleinen Mannes im jüdischen Nationalfonds gesichert sein müsse. Der kleine Mann denkt anders. Schaffen Sie der P. L. D. C. den Kredit nach außen, dessen sie bedarf, dann kommen Sie und kritisieren Sie, wenn sie dann nicht nach Maßgabe ihrer Mittel und der Verhältnisse arbeitet; aber jetzt, am Beginn der wichtigsten Elemente ihrer Besiedlungstätigkeit in dieser Weise sie an ihrem Lebensnerv anzugreifen, zeugt von einem außerordentlichen Mangel an geschäftlichem und an zionistischem Weitblick, (Zustimmung!) Ich glaube also, daß Herr Kann die Art der Kritik, wie er sie bisher geübt hat, einstellen muß. Ich glaube, daß Herr Kann sich erst mit den Bedürfnissen unserer Arbeit vertraut machen muß, ehe er kritisiert. Wenn er sich vertraut gemacht haben wird, dann wird seine Kritik willkommen sein. Diese Kritik wird dann nicht darauf hinausgehen, zu sagen, 'man soll nichts tun, weil man riskiert, man soll das Geld des Nationalfonds ansammeln, weil man auf diese Weise Zinsen verbrauchen kann; dann wird seine geschäftliche Erfahrung in Betracht kommen können; er wird uns seine Verwaltungsfähigkeiten in noch ausgedehnterem Maße zur Verfügung stellen, und wir werden uns darüber sehr freuen, die wir wohl wissen, daß er der Sache ergeben ist. Aber der Bewegung, wie sie sich entwickelt hat, kann und darf er sich nicht in den Weg stellen mit solchen Warnungen. Das ganze Volk drängt zur Palästinaarbeit, er kann dieses Drängen nicht aufhalten. Er kann in wichtigen Momenten der Arbeit stören, er kann wichtige Kräfte, die zur Mitarbeit bereit sind, stutzig machen, nichtnationale Kräfte, wohl aber andere jüdische Kräfte, die nicht gleich uns durchdrungen sind von der Notwendigkeit der Arbeit, und die deshalb kühler empfinden als wir. Herr Kann soll sich überlegen, was wichtiger ist, ob es wichtiger ist, daß in Palästina langsam Stein auf Stein gesetzt wird in einem Umfange, wie er von vornherein zu übersehen ist, oder ob es wichtiger ist, daß wir in Palästina uns ausbreiten mit der ganzen Wucht der Notwendigkeit, daß wir uns ausbreiten in der Erkenntnis, daß alle Positionen, die wir schaffen, einen neuen Impuls in der Diaspora geben, neue Kräfte für Palästina frei machen, neues Geld für den Nationalfonds sammeln. Je mehr wir arbeiten, je mehr wir investieren, umsomehr werden wir besitzen. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Es ist bei mir von verschiedenen Seiten angefragt worden, in welcher Weise die heutige Tagesordnung abgewickelt werden wird. Wir haben im1 Präsidium folgendes beschlossen: Da die Debatte nunmehr abgeschlossen ist, kommen die beiden Berichterstatter zum Wort, und dann wird über die Anträge abgestimmt und damit ist dieser Punkt erledigt. (Zwischenrufe.) Ich bitte um Ruhe, jetzt spreche ich! Dann wird eine einstündige Pause eintreten, und in der Nachtsitzung wird das Referat über den Kulturfonds „K edem", über die Universität und das Referat des Herrn Ussischkin erledigt. Ich kann noch nicht sagen, wann die Nachtsitzung beginnt, da ich noch nicht weiß, wann diese Sitzung schließen wird. Das Wort hat nunmehr als Berichterstatter Herr Justizrat Dr. Bodenheimer.