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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 276

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 276 (sequence 283)
Language
German, English, Hebrew
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- 276 - Aber alle diese Kritik, die ich hier erwähnt habe, akzeptiere ich. Wir können uns über Einzelheiten auseinandersetzen, wir können große Prinzipien erörtern, wie die», die ich hier nur flüchtig andeuten konnte. Aber wenn wir eine Kritik hören, wie die des Herrn Kann, der heute sogar gesagt hat, man arbeite nur deshalb in Palästina, weil man die jüdischen Massen befriedigen wolle, also ohne inneres Bedürfnis, so glaube ich, diese Anschauung bedeutet eine solche Verkennung des Wertes dieser Arbeit, daß ich mich frage, ob Herr Kann überhaupt noch nach den Erfahrungen der vielen Jahre, die hinter uns liegen, zu belehren sein wird. Daß die jüdischen Massen drängen, daß sie unzufrieden sind mit dem Maß unserer Arbeit, selbst wenn wir sie verdoppeln und verdreifachen, das ist eben der Beweis ihrer Notwendigkeit. Und viel schlimmer wäre es, wenn wir langsam ohne alle tätige Mitwirkung, ich möchte sogar sagen, ohne die gespannteste, aufgeregteste Mitwirkung der heute noch von Palästina ausgeschlossenen Massen diese Arbeit vollführen müßten. Herr Kann sagte, ihm seien englische Konsols zu dem heutigen Kurse lieber, als Aktien der P. L. D. C. al pari. Ich bin nicht dieser Meinung. Hier gilt nicht der Wert einer Aktie der P. L. D. C, sondern das, was die Gesellschaft für unser Werk leisten kann, und ich bin der Meinung, daß sie wichtiges geleistet hat und daß noch wichtigeres zu leisten ihr vorbehalten ist. Und möge man die Aktien zu Null abschreiben müssen, so würde eine solche Aktie in der zionistischen Bilanz einen stärkeren Aktivenstand bedeuten können als Konsols. Herr Kann sagte weiter: Als Schriftsteller wolle er Dr. Ruppin keine Konkurrenz raachen; aber als Geschäftsmann halte er sich für so gut wie ihn. Wenn es sich um den Vergleich geschäftlicher Tätigkeit in Haag handelte, wäre ich überzeugt, daß Herr Kann ebenso tüchtig wäre wie Herr Dr. Ruppin, vielleicht noch besser an seinem Platze; aber für Palästina leugne ich es entschieden, daß Herr Kann sich als Kaufmann in eine Parallele mit Herrn Dr. Ruppin stellen kann. (Lebhafter Beifall.) Herr Kann hat keine Ahnung, was ein Pionier in Palästina auch als Geschäftsmann tun muß, und er hat einen interessanten Beweis geliefert dafür in dem Berichte, den er hier verteilen ließ. Auf Seite 5 schreibt er: „Wären heute unsere Mittel intakt (d. h. noch nicht angegriffen, d. h. noch in englischen Konsols angelegt), dann würden die Zinsen genügen, um tüchtige europäische oder amerikanische Lehrer hinüberkommen zu lassen, um die Kolonisten in den neuesten Methoden zu unterrichten." Das ist die Kolonisationsmethode des Herrn Kann. Er sammelt Gelder für den Nationalfonds, legt sie in englischen Konsols an und schickt für die Zinsen Lehrer nach Palästina. Wen sollen sie lehren? (Lebhafter Beifall.) „Anstatt selbst Wirtschaften einzurichten/' sagt Herr Kann weiter, „die nur Verlust bringen, sollte der Nationalfonds die Privatinitative unterstützen wie die A. P. C." Darin verrät er ein vollkommenes Verkennen des Problems der jüdischen Arbeiterfrage in Palästina. (Herr Kann hat heute noch einmal formuliert, was er als Aufgabe der zionistischen Bewegung betrachte: Opfer soll sie bringen an Schulen und Institutionen allgemeinen Nutzens. Aber, meine Damen und Herren, wenn unsere Bewegung sich mit derartigen Fragen begnügte, wie weit wären wir dann, und wie weit könnten wir dann zu kommen erwarten? Es gibt für das Verhalten des Herrn Kann überhaupt nur eine Erklärung: Herr Kann ist beruhigter als wir über das Schicksal Palästinas. Herr Kann ist der Meinung, in 50 Jahren wären die äußeren und inneren Verhältnisse des Landes noch genau so wie heute, es hätte sich nichts dort am Mittelmeer geändert, und wir brauchten nur diese nächsten 50 Jahre dazu zu benützen, in Ruhe Wirtschaften einzurichten, die uns Freude machen, die gute Bilanzen aufweisen. Während dieser 50 Jahre würden

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