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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 269

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 269 (sequence 276)
Language
German, English, Hebrew
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— 269 — 350 000 Francs Boden erworben worden. Davon kommt auf die andern Länder ein Anteil von 22 000 Francs oder 6 o/o, während der Rest auf die Zionisten von Rußland (70 °/o) und auf Palästina (24 o/o) entfällt. Auch in den anderen Zweigen der Palästinaarbeit ist der Anteil der russischen Zionisten ein beträchtlicher, so z. B. in der Pflanzungsgesellschaft „Agudath- Netaim" beträgt derselbe ungefähr 87 o/0. In den neuen wichtigen Unternehmungen der Bewässerungsgesellschaft „Palästina" ist auch der Anteil der Zionisten aus Rußland 78 o/0. Per Anteil der Zionisten Rußlands am Absatz von Aktien der P. L. D. C. in der letzten Kongreßperiode betrug 3139 £ von dem Gesamtabsatz in der ganzen Welt 3854 oder rund 82o/o. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren! Sie sehen, die Palästinaarbeit ist wie eine Parteisache der Zionisten Rußlands geworden, und ich muß hier betonen, daß dies ein unmöglicher Zustand ist. Wenn wir einen besseren Erfolg erzielen wollen, müssen alle Landsmannschaften, alle Föderationen und womöglich im Großen daran teilnehmen. (Lebhafte Zustimmung.) Meine Herren! Hier ist sehr viel von Privatinitiative und von Bedingungen gesprochen worden. Es ist aber in Palästina ein Zustand, der, wenn wir jetzt der Privatinitiative vollkommen freie Hand überlassen, von den verhängnisvollsten Folgen begleitet sein kann. Ich will das gleich erklären. Wenn einzelne Zionisten oder Gruppen von Leuten in Palästina Boden erwerben wollen, so können und dürfen wir nicht den Leuten sagen: Gehen Sie, kaufen Sie, wo, wie und zu welchem Preis Sie wollen: Im Gegenteil, wir müssen alles aufbieten, damit der Bodenerwerb in einer Hand konzentriert, systematisch und planmäßig durchgeführt werde. Deswegen müssen wir Institutionen haben, deswegen haben wir die P. L. D. C. geschaffen. Noch mehr, wenn wir zur Ueberzeugung gekommen sind, daß jüdischer Grundbesitz allein ohne jüdische Arbeiter nur eine Halbheit ist, oder, wie man behauptet, noch weniger als eine Halbheit, so war das Palästinaamt genötigt, Wirtschaftsfarmen zu errichten und so die Möglichkeit der Heranbildung eines jüdischen Arbeiterstandes zu schaffen. Ihm dafür Vorwürfe zu machen, ist absolut unberechtigt. Wenn Sie in Betracht ziehen, unter welchen Schwierigkeiten das Paiästinaamt gearbeitet hat, sowerden Sie, glaube ich, auch dem Zusatzantrage zustimmen, den ich zu den bereits vorliegenden Anträgen stelle: Der Kongreß spricht dem Palästinaamte und dem Leiter desselben, Herrn Dr. R u p p i n , für seine unermüdliche Tätigkeit seine volle Anerkennung und seinen Dank aus. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Das Wort hat Herr K a p 1 a n s k y. Del. Ing. Kaplansky: Geehrter Kongreß! Gestatten Sie mir, zunächst meiner Genugtuung Ausdruck zu geben, daß wir die Möglichkeit haben, einen Bericht des Herrn Dr. Ruppin anzuhören. Es war seit langem ein Wunsch aller, denen die Palästinaarbeit am Herzen liegt, einen Bericht aus dem Munde des Mannes zu hören, der für alles, was in Palästina im Namen der zionistischen Organisation geschieht, verantwortlich ist. Wir haben die vornehme und aufrichtige Art des Herrn Dr. Ruppin bewundert, in der er über seine Arbeit Bericht erstattet hat, und es braucht nicht gesagt zu werden, daß unsere Kritik der Palästinaarbeit keineswegs als gegen seine Person gerichtet gelten kann, zu der wir alle unbestrittenes Vertrauen besitzen. Wir sind eigentlich im Mittelpunkte der Kongreßverhandlung, denn wenn die zionistische Bewegung eine politische Bewegung sein will, muß sie vor allem die Kunst üben, soziale Probleme zu lösen. Das ist wirkliche und wahrhafte Politik. In diesem Sinne ist uns die Palästinaarbeit stets die Grundlage des politischen Zionismus gewesen. Nun fragen wir uns: Welcher Unterschied ist zwischen der philanthropischen Kolonisationsarbeit, die vor uns geleistet wurde, und der nationalen Kolonisation, wie

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