Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 275)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476276--4187-3480330- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 268 — mehr als zwei Jahre. Wir könnten jahraus jahrein 10 und 20 Merchawjas parzellieren, wenn wir nur normale menschliche Bedingungen stellen könnten. Leider ist dies nicht der Fall; infolge des Mangels an Mitteln ist das Parzellierungsinstitut, die P. L. D. C, nicht imstande, einigermaßen normale Bedingungen zu stellen. Ich habe ganze Dutzende von Aufträgen nach Parzellen von Merchawja nach Jaffa geschickt, und hören Sie, unter welchen Bedingungen: Die Hälfte des Kaufpreises sofort in bar und die andere Hälfte in drei bis vier Jahren abzuzahlen. Sogar auf diese ungemein günstigen Bedingungen konnte die P. L. D1. C. nicht eingehen, und alle diese Aufträge sind abschlägig beschieden worden. Das beweist klar, daß die Bedingungen, die w i r den Leuten, die sich in Palästina niederlassen wollen, stellen, ganz, unmögliche, unannehmbare sind, und deshalb ist der Erfolg unserer Arbeit, die Niederlassung in Palästina, so gering. Meine Damen und Herren! Wir erleben jetzt in Rußland eine seltene Erscheinung. Gerade diejenigen Schichten, die am meisten bodenansässig sein sollten, die Landwirte, die Kolonisten, die Pächter, die Leute, die auf dem Lande und auf den Dörfern wohnen, sind in ihrer Existenz am meisten bedroht und der größte Teil dieser Schichten befindet sich jetzt in einer Stimmung der Emigration. Wir haben in den letzten Jahren, ganz besonders in den letzten4 Monaten, eine ungemein große Zahl von Anfragen seitens Kolonisten von überall, die die Landwirtschaft kennen, die auf dem Lande geboren sind, und die dafür geeignet sind, die gewillt sind nach Palästina zu gehen. Sie haben auch gewisse Mittel. Nur sind wir leider noch so unvorbereitet,' daß wir sogar diese wertvollen Elemente nicht ausnützen können. Wer hat daran die Schuld? Mir scheint, daß der größte Teil dieser Schuld auf die Leiter unserer Finanz-Institute fällt. Sie haben es ganz vergessen, daß die Finanz-Institute in erster Reihe von uns geschaffen worden sind, um finanzielle Instrumente der zionistischen Bewegung zu sein, um die Möglichkeit zu schaffen, die Ansiedlung in Palästina zu ermöglichen und zu erleichtern. Wir sind am meisten verpflichtet, dem Palästinaamte die höchste Anerkennung zu zollen, daß es unter solch schwierigen Verhältnissen es doch ermöglicht hat, in der letzten Kongreßperiode 10 neue Positionen in Palästina zu schaffen. Die Leiter unserer Finanz-Institute gehören fast sämtlich der sogenannten politischen Richtung an, und die sind doch in erster Reihe verpflichtet, einen Beschluß des Kongresses zu würdigen und zu erfüllen. Meine Herren! Auf dem vorigen Kongreß wurde in feierlicher Weise ein Beschluß gefaßt, daß wir alle Mittel anwenden, um das nötige Kapital der P. L. D. C. zu Vervollständigen. Und was haben, die Herren dazu getan? In den zwei Ländern, in Holland und Frankreich, wo die Fahnenträger der politischen Richtung sich befinden, ist eine Aktie von 25 Kronen verkauft worden. (Lebhafte Hört, Hört-Rufe!) Meine Damen und Herren! Man spricht hier sehr viel von Parteipolitik. Leider ist nach den Ziffern, die wir haben, die Palästinaarbeit eine Parteisache der russischen Zionisten geworden! (Sehr richtig!) Ich habe mir hier von Palästina Ziffern kommen lassen, und die lauten in folgender Weise: In den letzten zwei Jahren ist durch das Palästinaamt Boden im Betrage von 912 000 Francs verkauft worden. Davon kommen auf die Zionisten von Rußland 823 000 Francs (lebhafter Beifall), das sind 82 o/o. So groß ist unser Anteil in der zionistischen Bewegung nicht. In Schekolim, im Nationalfonds erreichen wir höchstens 30 o/0 und im wichtigsten Teile der Palästina-Arbeit, im Bodenerwerb, erreichen wir 82 o/0. (Erneuter lebhafter Beifall.) Städtischer Boden ist um 580 000 Francs verkauft worden, davon wieder an die Zionisten Rußlands um 318 000 Francs, das sind 55 %. Im neuen Stadtviertel Tel-Awiw ist im ganzen für