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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 267

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 267 (sequence 274)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 267 — und immer wieder beschönigt wird. Leider hat heute Herr Dr. R u p p i n das wieder gemacht. Wir haben doch von Herrn Tolkows ky gehört, daß er in Berlin genau das Gegenteil von dem1 erfahren hat, was er nachher in Palästina vorgefunden hat. Ich brauche nicht die Herren Auhagen und Aronsohn zu verteidigen, aber ich möchte doch Herrn Dr. R u p p i n empfehlen, sich nicht ganz der Kritik zu verschließen. Bezüglich der Jemeniteneinwanderung bedaure ich, meine Meinung kundgeben zu müssen, daß die Sache in ganz wilder Weise vorbereitet wurde. Die Tatsache, daß der Vertrauensmann 'des Palästinaamtes sechs Monate in Jemen war, und daß nachher in wenigen Monaten mehr als tausend Jemeniten nach Palästina kamen, hat einen gewissen Zusammenhang, der Dr. Ruppin zu entgehen scheint. Es hätte uns passieren können, daß statt tausend fünftausend und mehr Jemeniten nach Palästina gekommen wären. Ich sehe gar nicht ein, weshalb Herr Dr. Ruppin sich so viele Mühe gibt, jeden Punkt meiner Kritik zu bestreiten. Er kann doch dabei keinen Erfolg haben. Gewiß, hie und da werde ich im1 Unrecht sein, aber Herr Dr. Ruppin soll mir lieber zugeben da, wo ich im Rechte bin. Dann werden wir uns verstehen und zusammen arbeiten können. Wenn ich auch ein Kaufmann bin, so bin ich doch imstande, die Arbeit in Palästina zu beurteilen. Man braucht nicht selbst Musiker zu sein, um Musik zu verstehen. Schließlich noch dieses: man hat nicht das Recht, mich persönlich anzugreifen. (Lebhafter Beifall.) Unsere Sache, für die ich fünfzehn der besten meiner Lebensjahre gearbeitet habe, ist für mich genau so heilig, wie für jeden von Ihnen (lebhafter Beifall), und das hat mir auch die Kraft gegeben, solange Stand zu halten. (Erneuter lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Das Wort hat Herr Boris Goldberg. Del. Boris Goldberg (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Ich bin hier erschienen, um den Antrag auf Billigung der Prinzipien der Tätigkeit des Palästinaamtes in entschiedenster Weise zu unterstützen. Vor allem muß ich aber auf einige eben gehörte Worte von Herrn Jacobus Kann hier eingehen. Der erste Vorwurf des geehrten Herrn Vorredners bestand darin, daß man ihm auf Tatsachen mit Philosophie geantwortet hat. Mir scheint, alle hier Anwesenden haben ganz klar gehört, wie Herr Dr. Ruppin Punkt für Punkt alle Vorwürfe von Herrn Kann besprochen und, wie mir scheint, in genügender Weise widerlegt hat. (Zustimmung.) Ich glaube, hier ist auch nicht der Ort, um genau zu untersuchen, ob man vom Nationalfonds 74 oder 75V2 % seiner Kapitalien in Palästina investiert hat. Ich weiß nur, daß der Nationalfonds teuer und heilig geworden ist, seitdem in Palästina in energischer Weise gearbeitet wird. (Lebhafter Beifall.) Noch auf ein Moment muß ich zurückkommen. Herr Jacobus Kann schlägt uns vor, daß wir an die Seite von Herrn Dr. Ruppin einen Geschäftsmann setzen sollen. Mir scheint, die Organisation hat es schon längst vorgesorgt. Die A. P. C. ist der Geschäftsmann, der Hand in Hand mit dem Palästinaamte die Arbeit leisten soll. Meine Damen und Herren! Hier ist verschiedentlich das Wort gefallen, daß die Palästinaarbeit eine künstliche und eine überstürzte Arbeit ist. Weder das eine, noch das andere ist richtig. Im Gegenteil, künstlich ist die Zurückhaltung des größten Teiles derer von Palästina, die nach Palästina gehen wollen. Mir ist seit einigen Jahren beschieden, die palästinensische Abteilung der Leitung der russischen Zionisten in den Händen zu haben, und ich muß Ihnen sagen, es gibt kaum mehr Herzbeklemmnisse, als wenn man auf 100 Gesuche von Leuten, die sich in Palästina niederlassen wollen, 95 o/0 und mehr abweisen muß. Sie wissen wohl, daß wir zum erstenmal ein systematisches Parzellierungsobjekt in die Hand bekommen haben. Das ist Merchawrja. Im ganzen parzellieren wir dort ca. 600 Hektar und wir befassen uns damit schon

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