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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 264

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 264 (sequence 271)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 264 — Del. Dr. Bogratschow (spricht hebräisch) hat verschiedenes an der Palästinaarbeit auszusetzen. Redner kritisiert im einzelnen die Arbeit der Leitung auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete. Das Palästinaamt lasse sich viel zu hohe Provisionen bei Landkäufen zahlen, die dem kleinen Manne den Landerwerb in Palästina erschweren. Das Palästinaamt interessiere sich viel zu wenig für die industriellen Möglichkeiten in Palästina. In der Arbeiterfrage begehe man den Fehler, daß man nur für die organisierten Arbeiter, die sich ja selber helfen können, etwas tue, während die Jaffaer Handwerker z. B. sich selber überlassen bleiben. Besonders kritisiert Redner die Arbeit der Leitung auf kulturellem Gebiete. Wenn wir nicht dafür sorgen, daß wir ein Netz von Schulen verschiedener Stufen und Arten in Palästina bekommen, die auf die Erziehung des heranwachsenden Geschlechtes von entscheidender Wirkung werden sollen, so wird unsere Arbeit keine Basis haben. (Beifall.) Del. J. H. Kann (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Verehrter Kongreß! Man hat die Zahlen, die ich Ihnen vorgelegt habe, mit schönen Reden, mit Philosophie, mit Spinoza und mit Kant beantwortet. Ich lehne es ab, den Phrasen, die wir gehört haben, irgendwelchen Wert beizulegen; sie dienen nur dazu, die wirkliche Lage zu verschleiern. Wenn ich sage: zweimal zwei ist vier, dann antwortet Herr Schmarja Levin: Hoch die hebräische Sprache. (Heiterkeit.) Ich komme zu den Tatsachen. Ich habe davon gesprochen, daß in einer Hypothekenangelegenheit durch das Palästinaamt eigenmächtig vorgegangen worden ist. Herr Dr. Ruppin hat das heute morgen bestritten. Ich werde einen Zeugen aufrufen und das ist der Präsident des Jüdischen Nationalfonds. Dieser schrieb mir über diese Angelegenheit (liest): „Die ganze Sache beruht auf einer eigenmächtigen Handlungsweise des Palästinaamtes, die durch die allzugroße Bereitwilligkeit der A. P. C. ermöglicht wurde, eine Summe vorzuschießen, ehe ein Beschluß des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds vorlag. Die A. P. C. weiß ebensowohl wie Dr. Ruppin, daß eine derartige Bewilligung nur durch Direktoriumsbeschluß des Jüdischen Nationalfonds erfolgen kann, und durfte keine Zahlungen ohne den Nachweis eines solchen Beschlusses leisten, insbesondere, wenn es sich um1 Summen von solcher Höhe handelt." Sie sehen also, meine Herren, daß ich eine gute Unterlage für das habe, was ich gesagt habe. Herr Dr. Ruppin hat heute morgen gesagt, daß er vergeblich die leitenden Instanzen um genaue Instruktionen gebeten habe. Ich glaube, daß Herr Dr. Ruppin doch sehr gut daran tun würde, auf solchen genauen Instruktionen zu bestehen. Dann werden solche Sachen, wie es mit dieser Hypothekenangelegenheit vorgekommen ist, nicht wieder vorkommen. Herr Dr. Ruppin hat gesagt: „Er habe Tätigkeit gesucht." Das ist ja eben der gefährliche Standpunkt. Das ist der Standpunkt, den man einnimmt, wenn man durchaus etwas machen will. Man ist einmal in Palästina da, man hat das Palästinaamt eingerichtet, und da will man etwas machen, sonst sind die zionistischen Massen nicht zufrieden. (Lebhafter Beifall.) Herr Dr. Ruppin hat mir aber Worte in den Mund gelegt, die ich nicht gebraucht habe. Ich habe nie gesagt, daß 3 Millionen verloren gegangen sind; ich habe nur gesagt, der Nationalfonds habe 3 Millionen investiert, und daß das für die Kräfte des Nationalfonds zuviel wäre, denn diese 3 Millionen sind in Unternehmungen investiert, die alltäglich neue Gelder erfordern, und wir dürfen uns nicht dem1 aussetzen, daß wir Herrn Dr. Ruppin nach Palästina berichten müssen: Herr Dr. Ruppin, wir haben nichts mehr. Denn das wäre der Zusammenbruch der Palästinaarbeit. Herr Dr. Ruppin hat auch ausgeführt, daß 1 Million in Effekten angelegt war, und er hat dabei über die englischen Konsols gesprochen. Er hat aber nicht

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