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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 263

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 263 (sequence 270)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4182-3480325
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— 263 — Die darf nicht vom Kongreß in die Kommission hineinverlegt werden. Die Kommission hat eine ganz andere Aufgabe. Sie hat die Details zu prüfen und die Beschwerden entgegenzunehmen. Wir können die Palästina-Debatte ohne Rücksicht auf die Palästina-Kommission beschließen, da diese, wie ich schon erwähnt habe, ganz spezielle Aufgaben hat. Präsident Wolffsohn: Wer dafür ist, daß die Beratung jetzt unterbrochen und daß ein anderer Punkt der Tagesordnung jetzt aufgenommen werde, erhebe die Hand. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. Das Wort hat Herr Aronowitsch. Del. Aronowitsch (spricht hebräisch): Mit heiligem Zittern sprechen wir über den Nationalfonds, nicht, weil dort Geld vorhanden ist^ sondern weil sich dort die Kräfte der Nation vereinen. Der Nationalfonds wurde geschaffen, um Palästina in Eigentum der Juden zu verwandeln, das durch die Mühe ihrer Hände erworben ist. Es wurden dort 3 Millionen Frcs. investiert, und wir haben somit das Recht, zu fordern, daß wir dort mehr als hunderttausend Dunam Land besitzen und daß dort wenigstens 600 Familien wohnen. Und wenn wir hören, daß dies nicht der Fall ist, so geht das Bureau zweifellos nicht den rechten Weg. Meine Herren! Einerseits sind wir Idealisten und andererseits Exploitatoren. Dies ist ein Widerspruch in unserem nationalen Leben. Es darf aber dieser Widerspruch nicht in dem Nationalfonds bestehen, ein Widerspruch, dier es bewirkt, daß mit der einen Hand dies vernichtet werdie, was durch die zweite geschaffen wird. Man gibt Geld aus für Boden für verschiedene Bauten, zur Unterstützung der Kolonisten in Pethach-Tikwah usw. So werde ich auch z. B. nicht gegen die Bedeutung von Tel-Awiw an und für sich sprechen. Jedoch steht der allgemeinen Ansicht nach Tel-Awiw im Widerspruch zu der Idee des Nationalfonds. Der Fonds ist nicht des Geldes willen heilig, sondern wegen des großen Gedankens. In sämtlichen Broschüren des Nationalfonds finden Sie nichts über die ideelle Bedeutung desselben. Sie finden immer Mitteilungen über Eintragungen in das „Goldene Buch", das Wichtigste fehlt jedoch. Das Volk wird nicht an den Nationalfonds herangezogen. Sie glauben, daß die Organisation des Fonds nur den Namen Organisation trägt, nichts mehr. Dies ist die Auffassung unserer Kaufleute, die den zionistischen Gedanken mit kaufmännischer Elle messen. Wir fordern, daß der Kongreß befehle, die Eingänge der Nationalfonds-Kasse sollen nur für Bodenkauf verwendet werden, daß sie eine Institution für das Volk sei. Das Palästinaamt ist der Vertreter kleiner Kaufleute und kleiner Vereine, und es ist tatsächlich nur diesen gegenüber verantwortlich. Es befaßt sich mit Bodenspekulationen. Der Nationalfonds und der Zionismus beteiligen sich jedoch nicht an diesen Palästinaarbeiten. Dr. Ruppin mußte gestehen, daß seine Arbeit teuer zu stehen kommt. Wir fordern, das Bureau soll der Vertreter des Zionismus sein, der nationalen Arbeit, und nicht kleiner Kapitalisten, die auf Schritt und Tritt in ihren Rechnungen Widersprüche aufweisen. Vizepräsident Dr. Ehrlich (übernimmt den Vorsitz): Sie sprechen schon 18 Minuten. Ich bitte zu schließen. Del. Aronowitsch (beendet seine Rede, indem er nochmals gegen die Beteiligung des Jüdischen Nationalfonds an der Gründung des Stadtviertels Tel Awiw in Jaffa polemisiert). (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Das Wort hat Herr Dr. Bogratschow.

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