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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 257

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 257 (sequence 264)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 257 — Anschauungen strittig sind, lieber in der Palästinakommission vorzubringen und nicht im Kongresse. (Lebhafter Beifall.) Herr Tolkowski fahren Sie nun fort. Del. Tolkowski (fortfahrend): Hoher Kongreß! Weitere Beispiele will ich nicht anführen. Vor allem, weil ich nur solche Tatsachen zitieren will, die ich selber miterlebt habe. Und dann, weil die zitierten Fälle genügt haben werden, um Sie auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen. Es genügt aber nicht, zu kritisieren; wer Kritik übt, muß auch danach trachten, einen Ausweg anzugeben. Das Mittel zur Verbesserung, hoher Kongreß, liegt meiner Ansicht nach vor allem in der Wahl von mehr sachverständigen Beamten. Herr Dr. H a n t k e hat in seinem Referat gesagt, daß dieser Kongreß dem heutigen E. A. C. die „offizielle Zustimmung des palästinischen Judentums" gebracht hat. Herr Dr. H a n t k e ist im Irrtum. Herr Dr. H a n t k e lebt in Deutschland und kennt viele von den hier anwesenden palästinensischen Delegierten nicht. Auch ich als Palästinenser bin glücklich, so viele meiner palästinensischen Brüder hier zu sehen. Aber es sind beinahe alle entweder Arbeiter oder Gelehrte oder Beamte; aber die Kolonisten, die eigentlichen Träger der praktischen landwirtschaftlichen Arbeit sind hier nur spärlich vertreten. Und wissen Sie warum? (Lebhafte Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Lassen Sie doch den Redner sprechen! Sie kommen doch auch zum Worte! Del. Tolkowski (fortfahrend): Einmal muß man es ja hier sagen: Weil die Mehrzahl der palästinensischen Kolonisten die landwirtschaftliche praktische Arbeit unserer Organisation nicht ernst nehmen kann. Und wissen Sie, meine Herren, warum? Weil sie jeden Tag Gelegenheit haben, sich vom Mangel an Sachkenntnis seitens vieler unserer dortigen Angestellten zu überzeugen. Im Gegensatz zu dem, was Herr Dr. R u p p i n soeben gesagt hat, finden die palästinensischen Kolonisten, daß, von der A. P. C. abgesehen, unsere Institute von nicht genügend befähigten Männern geleitet werden. Ich muß hier eine rühmliche Ausnahme hervorheben: Ich meine Herrn Dr. R u p p i n (lebhafter Beifall), über dessen Tüchtigkeit und Hingabe für unsere Sache nur eine Meinung herrscht. Aber bei all der Anerkennung, die wir ihm zollen müssen und gerne zollen, darf es nicht unerwähnt bleiben, daß) die Tüchtigkeit dieses seltenen Mannes dadurch nicht zur vollen Geltung kommen kann, daß er unter sich nicht die nötigen sachverständigen Beamten hat und über sich im Actions-Comite nicht die nötige sachverständige Behörde findet. (Lebhafter Beifall.) Wenn das E. A. C. jemals von der „offiziellen Zustimmung des palästinensischen Judentums" will reden dürfen, dann muß es uns bessere Leute nach Palästina senden, erfahrene Leute, nicht frisch diplomierte Philosophen, Agronomen und Architekten, die, wie ich volkstümlich sagen möchte, an dem Barte unserer leider noch so kleinen Volksgüter das Scheren erlernen wollen. Will das Actions-Comite jemals von der „offiziellen Zustimmung des palästinensischen Judentums" reden können, so muß es dafür sorgen, daß solche Sachen, wie Unvorsichtigkeiten, Mangel an Verantwortlichkeitsgeiuhl, .Unfähigkeit und vor allem1 der Geist, der unsere Leute dazu treibt, Boden zu verkaufen, ä tout prix und mit welchen Mitteln es auch sei, daß diese Sachen aufhören. Gewiß, ohne Fehler ist es nicht möglich, zu arbeiten, niemand wird sich das anmaßen. Aber es gibt gewisse beklagenswerte Erscheinungen, die bei uns nicht existieren dürfen, weil wir unseren guten Ruf wahren und vor allem1 nur solide Sachen schaffen müssen. Hoher Kongreß! Daß in unserer Kolonisationsarbeit gerade die wichtigsten Momente nicht zahlenmäßig abgeschätzt werden können, ist eine Selbstverständlichkeit und ist von niemandem von uns bestritten 17

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