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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 256

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 256 (sequence 263)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4175-3480318
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— 256 — nicht als Hauptsache eines Betriebes genügend rentabel sind. Ich betrachte es als einen weisen Beschluß des Jüdischen Nationalfonds in Zukunft nicht mehr allein Oelbäume, sondern auch andere Bäume anzupflanzen, d. h. die Oelbaumspende in eine Baumspende umzuwandeln. Aber Herr Dr. Ru p p i n hat vor wenigen Minuten gesagt, daß in Benschemen die Bäume nach Art aller Kolonisten bearbeitet werden. Das ist nicht richtig. Herr W i 1 - k a n s k i hat mir in Anwesenheit zweier Zeugen, meiner Eltern, erklärt, daß die Bäume im Herzlwald einige Jahre später veredelt werden sollen, als es in Palästina Usus ist. Ich konstatiere, daß diese Behauptung des Herrn Dr. R u p p i n nicht stimmt. Aber in diesem Zusammenhange möchte ich bemerken, daß die Quelle aller dieser Uebel darin zu suchen ist, daß wir in unserer Exekutive keinen einzigen Fachmann für Kolonisationsfragen haben. Uebrigens möchte ich ein Wort des Herrn Dr. Bodenheimer aus seinem Referat über den Nationalfonds berichtigen. Es ist nicht richtig, daß die hohe Rentabilität der Oelbäume auch größere Pfianzungskosten erlaubt, als die am Anfang berechneten, wenigstens nicht in einem Betrieb, wo die Oelbäume Hauptsache sind. Ich komme zu einer sehr ernsten Frage. Man hat von dem uns für Oelbäume anvertrauten Gelde 40 000 Francs für die Errichtung einer Milchwirtschaft in Benschemen ausgegeben. Als Spezialist für Tierzucht erkläre ich Ihnen, daß die Milchwirtschaft in Benschemen, in der Art und Weise, wie sie unternommen worden ist, ein unvorsichtiges und gewagtes Experiment war. Sie wissen, daß in Benschemen eine ganze Reihe von Kühen und Kälbern an einer epidemischen Krankheit zugrunde gegangen sind; ich erkläre Ihnen, daß solche Verluste für jeden Fachmann vorauszusehen waren; ich erkläre Ihnen, daß ich das Palästinaamt und speziell seinen sog. wirtschaftlichen Ratgeber vor dem Experiment gewarnt und ihnen schwere Verluste prophezeit habe. Im Monat Februar dieses Jahres hat bei einem leichten Streite zwischen Arabern und den Arbeitern der Farm Benschemen ein jüdischer Wächter der Farm — — (Großer Lärm und hebräische Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe. Herr Tolkowski, Sie berichten doch nur Sachen, die bereits in den Zeitungen gestanden haben und die allen bekannt sind. Del. Tolkowski: Nein. Ich bitte um Verzeihung. Ich berichte nicht nur Sachen, die bekannt sind. Ich habe diese Sache nur erwähnt, um zu meinem Texte zu kommen. Del. Fischer: Das sind Dinge, die nicht hierher gehören. Referent Dr. Ruppin: Herr Tolkowski, bringen Sie das in der Palästinakommission vor. Lassen Sie das jetzt sein! (Der Lärm dauert fort.) Präsident Wolffsohn (wiederholt das Hammerzeichen gebend): Ich bitte um Ruhe. (Lebhafte Schlußrufe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe! (Stürmisqhe Rufe: Herunter von der Tribüne!) Ich bitte um Ruhe! Herr Tolkowski hat damit begonnen, er wolle eine Sitzung haben, wo er die Dinge mitteilen könne, die nicht für die Oeffentlichkeit geeignet sind. (Stürmische Rufe bei 'den palästinensischen Delegierten!) Sind Sie aus Palästina gekommen, um uns zu stören? Sie wollen doch arbeiten mit uns! Also schreien Sie nicht dazwischen. (Erneute Zwischenrufe.) Wenn ich spreche, müssen Sie warten, bis ich ausgesprochen habe. (Ruf: Er soll nicht provozieren!) Nein, Sie provozieren. Wenn diese Möglichkeit für Herrn Tolkowski nicht vorhanden ist, so bitte ich ihn, diese Sachen im Interesse seiner Ausführungen und im Interesse des Kongresses, da die

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