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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 255

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 255 (sequence 262)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4174-3480317
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— 255 — P. L. D. C. eine Option auf 4500 Dunam von Merchawja zu verlangen. Herr Professor War bürg und Herr Dr. Thon haben uns das abgeschlagen; nur unter der Bedingung, daß wir sogleich 1500 Dunam kaufen sollten, wollten sie uns eine Option auf weitere 1500—3000 Dunam einräumen. Wir wollten anfangs darauf nicht eingehen, weil unsere Absichten für die erste Zeit dahin gingen, Orangenpflanzungen anzulegen, und weil wir erst untersuchen wollten, ob der Boden von Merchawja für diesen Zweck geeignet sei. Darauf versicherten uns die beiden Herren, der Boden von Merchawja eigne sich sehr gut für Orangenpflanzungen, Wasser zur Bewässerung sei auch genügend da, ebenso seien die klimatischen Verhältnisse günstig für die Schaffung von Orangenpflanzungen. Unsere Anfrage, ob die hygienischen Bedingungen von Merchawja günstig für die Schaffung einer Wirtschaft seien und ob auch ein gutes Trinkwasser da sei, beantworteten Herr Professor Warburg und Herr Dr. Thon mit einem entschiedenen Ja. Auf diese Versicherung hin haben wir die 1500 Dunam gekauft, wobei wir den beiden Herren ausdrücklich erklärten, daß wir den Kauf nur deshalb abschlössen, weil sie uns versicherten, daß der Boden geeignet sei für Orangenpflanzungen, daß er genug Wasser für Bewässerungszwecke habe, daß die Windverhältnisse gute seien, daß die hygienischen Bedingungen gute seien, daß gutes Trinkwasser da sei. Sogleich nach Abschluß des Kaufes ging ich nach Palästina und fuhr nach Merchawja. Meine Herren! Ich bin Landbau-Ingenieur und Tierzüchter, also ein Fachmann. Ich habe Merchawja sehr eingehend studiert, ich habe mit anderen Agronomen und Kolonisten mich beraten, und es stand mir das Material derjenigen Ingenieure zur Verfügung, welche gerade in der Gegend von Merchawja die Brunnen für die Hedschas-Bahn gebaut haben. Meine Herren! Ich sage Ihnen folgendes: 1. Der Boden von Merchawja mag wohl der beste Boden von ganz Palästina sein für Getreidebau, also z. B. für die Zwecke der Siedlungsgenossenschaft. Aber für Orangenpflanzungen ist er nicht nur nicht geeignet, sondern er ist gerade das Gegenteil von einem Orangenboden. 2. Es ist sehr wenig Wasser für Bewässerungszwecke da, und ohne genügendes Wasser kann in Palästina eine Orangerie nicht geschaffen werden und nicht bestehen. 3. Die Windverhältnisse sind die denkbar schlechtesten. Für Orangerien muß man ausgerechnet solche Lagen wählen, wo sie durch Hügel oder Dünen vor starken Winden geschützt sind, weil sonst die Früchte von den Bäumen herunterfallen und faulen. Merchawja liegt mitten im Emek Israel: ein offenes Tal, gerade von Nordwest nach Südost gerichtet, also genau in der Richtung der Winde; es zieht dort wie in einem Rauchfang. Als ich im Dezember 1911 dort war, also zur Zeit, wo die Früchte gerade reif sind und nur noch leicht an den Bäumen hängen, da war der Wind so stark, daß die einstöckigen Holzhäuser, in denen wir wohnten, so hin- und hergeschaukelt wurden, daß wir nicht einschlafen konnten. 4. Was die hygienischen Bedingungen anbelangt, so ist in Merchawja das Fieber endemisch und Typhusfälle sind häufig. Herr Dr. Auerbach in Haifa wird Ihnen das bestätigen können. 5. Und endlich gutes Trinkwasser ist auch nicht da. Also gerade das Gegenteil von dem, was man uns in Berlin versichert hatte! Die Nationalfonds-Güter: Ueber den Herzlwald will ich nicht viel sagen. Die Idee des Herzlwaldes ist mir persönlich sehr lieb, wenn man sich nur nicht einzig auf Oelbäume beschränkt hätte, die wohl als Nebenbeschäftigung in einem landwirtschaftlichen Betrieb, aber

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