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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 247

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 247 (sequence 254)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 247 — uns damit gruseln machen, als ob die 3 Millionen Mark gefährdet seien. Herr Kann, wenn man mit Zahlen umgeht — das müssen Sie als Kaufmann genau wissen —, muß man genau sein. Ich habe die Bilanz des Nationalfonds vor mir. Am 30. Juni d. Js. betrug das Gesamtvermögen des Jüdischen Nationalfonds 3 533 000 Mark. Von diesen 3 533 000 Mark bestanden ungefähr 1 Million Mark in Effekten, die ja wahrscheinlich Anlagen nach dem Herzen des Herrn Kann sind, es bleiben also 2i/o Millionen Mark übrig. Von diesen betreffen 2 000 000 Mark Darlehen, die an die A. P. C. gegeben worden sind — auch dagegen wird Herr Kann nicht sein —, Erwerbungen von Grund und Boden und von Häusern oder Hypotheken und Darlehen gegen Grund und Boden, die absolut gesichert sind, so sicher, wie irgendeine Anlage ist, auch wenn sie in englischen Konsols besteht. (Lebhafter Beifall.) Es gibt in der Bilanz nur einen einzigen Posten, der nicht durch Immobilien gedeckt ist, das sind etwa eine halbe Million Francs, die für Pflanzungen oder für Beteiligungen daran aufgewendet sind. Meiner Ansicht nach ist diese halbe Million in Palästina vollständig durch das gedeckt, was wir dort an Ackerwirtschaften und Pflanzungen haben. Aber nehmen wir den allerschlimmsten Fall, es seien 100 000 oder 200 000 Mark nicht mehr da, wir hätten sie für Erfahrungen und die Ausbildung von Arbeitern ausgegeben. Was wäre gewesen, wenn wir das nicht getan, wenn wir überhaupt kein Geld in Palästina angelegt hätten? Dann hätten wir wahrscheinlich ebenso wie für die erste Million englische Konsols angeschafft und hätten dann an den zwei Millionen Mark 300 000—400 000 Mark an Kursverlust verloren. (Lebhafter Beifall.) Herr Kann ist dann im einzelnen auf die Arbeit eingegangen, die wir auf den Farmen leisten. Er hat sich auf zwei Sachverständige berufen, auf Herrn Aronsohn und Herrn Auhagen. Ich werde über diese Sachverständigen — der eine ist als Botaniker und der zweite ist als preußischer Moorlandwirt bekannt — nichts sagen. Ich möchte aber auf folgendes hinweisen. Herr Aronsohn hat in einem Gutachten über Ben Schemen hauptsächlich drei Punkte getadelt. Der eine betrifft eine technische Frage, die Art, wie die Bäume gepflanzt und veredelt werden sollen. Er steht in dieser Frage in einem Gegensatze zu unserem Agronomen und zu der in Palästina bisher üblichen Pflanzweise. Es ist möglich, daß die Pflanzweise des Herrn Aronsohn besser ist. Das kann nur die Zukunft entscheiden. Ich kann mich nicht in Palästina auf den Farmen des Nationalfonds, wo ohnehin schon soviel experimentiert werden muß, auch noch auf botanische Experimente einlassen. Was Herr Aronsohn weiter getadelt hat, ist die Beschäftigung jüdischer Arbeiter. Das gehört nicht zur Kompetenz des Herrn Aronsohn. Das ist eine kolonisatorische und nationale Frage, über die nicht Herr Aronsohn entscheiden kann. (Lebhafter Beifall.) Aber dasselbe Gutachten des Herrn Aronsohn über Ben Schemen besagt gleichzeitig, daß in Ben Schemen und Hulda der Boden sehr gut amelioriert worden ist durch unsere Arbeit, und gerade diese Tatsache hebt Herr Aronsohn lobend hervor. Ferner: zu einer Zeit, als die Farm Kinereth drei Jahre bestand und bereits ein Defizit erbracht hatte, hat Herr Aronsohn — es war im Jahre 1911 — in der Zeitschrift „Palästina" einen Artikel veröffentlicht, in welchem er gerade die Farm Kinereth als ein Musterbeispiel einer palästinensischen Farm hinstellte. Ich meine, Herr Kann, wenn Sie Sachverständige für ungünstige Urteile zitieren, müssen Sie auch ihre günstigen Urteile gelten lassen. (Lebhafter Beifall.) Ich komme zu Herrn Auhagen. Das Gutachten des Herrn Auhagen verlor für mich in dem Momente jede Bedeutung, als ich darin die Stelle vorfand: „In der Farm Dagania treibt man Raubbau."

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