Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 250)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 243 — müssen, damit wir dazu kommen, alle unsere guten und nützlichen Projekte für Palästina zur Ausführung zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Zu einer kurzen, zur Palästinadebatte gehörigen Mitteilung hat das Wort Herr Stand. Vizepräsident Stand (mit stürmischem Beifall begrüßt): Hoher Kongreß! Die Mitteilung, die ich Ihnen jetzt machen werde, gehört zur Debatte. Ich spreche als Präsident des galizischen Zentralkomitees und habe dem hohen Kongresse eine erfreuliche Mitteilung zu machen. Im Namen des galizischen Zentralkomitees erkläre ich hier mit Freude, daß es uns gelungen ist, gerade in dieser Stunde gelungen ist, den Betrag von 100 000 Frcs. für das hebräische Gymnasium in Jerusalem zu sammeln. (Stürmischer Beifall.) Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen für den Beifall, mit dem Sie mich empfangen haben; aber dieser Beifall gebührt in diesem Momente absolut nicht mir, es gebührt ein großer, starker Beifall einem Manne, der es sich zur Lebenspflicht gesetzt hat, in diesem krisenreichen, schweren Jahre von den Juden in Galizien, selbst von den Aermsten der Armen, 100 000 Francs für diesen Zweck zusammenzubringen. Dieser Mann sitzt unter uns und jedes Kind in Galizien kennt seinen Namen: Es ist Dt. Z i p p e r. (Stürmischer, sich wiederholt erneuernder Beifall. Die Versammlung bringt dem Delegierten Dr. Z i p p e r minutenlange Ovationen dar.) Wir galizischen Zionisten stehen seit Jahren in der Bewegung und haben uns in der Bewegung auch hervorgetan, aber mit Neid blickten wir auf die russischen und rumänischen Zionisten, die in Palästina große Arbeit geleistet haben, mit Neid deshalb, weil wir bisher dort nichts geleistet hatten. In diesen XL Kongreß nun ziehen auch wir als diejenigen ein, die bereits auf einen großen Palästinaerfolg hinweisen können, aut einen Erfolg für das Gymnasium in Jerusalem. (Lebhafter Beifall.) Dieser Mitteilung füge ich noch eine zweite bei, daß nämlich heute eine Sitzung der galizischen Landsmannschaft stattgefunden hat, in welcher das Porträt des Direktors des Gymnasiums, Salomon Schiller, vorgeführt wurde, das auf Ersuchen der galizischen Landsmannschaft der bedeutende Maler Wilhelm1 Wachtel angefertigt hatte. Dieses wohlgelungene Porträt ist im Saale 20 dieses Gebäudes ausgestellt, und ich lade alle Delegierten ein, sie mögen dieses Kunstwerk besichtigen. Ich bin mit meinen Mitteilungen zu Ende und will an sie nur ein Versprechen knüpfen, ein bindendes Versprechen der galizischen Landsmannschaft, daß diese unsere erste Tat lange nicht unsere letzte Tat sein wird. Wir werden nun fortschreiten, um für Erez Israel das zu leisten, was eine Landsmannschaft und ein Land von 900 000 Juden leisten kann. Die galizischen Zionisten sind eingerückt und haben ihre Posten in Palästina dank Dr. Z i p p e r bezogen. Sie werden auf diesen Posten weiter stehen und beim Ausbau des Landes helfen. (Stürmischer Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Das Wort hat Herr Ussischkin. Del. Ussischkin: Wir stehen nunmehr am wichtigsten Punkte unserer Beratungen, indem wir bei der Palästina-Arbeit angelangt sind. Wir haben das vorzügliche Referat des Herrn Dr. R u p p i n und auch die Erwiderungen des Herrn Jakobus Kann angehört und ich erkläre: Ich habe nicht die Absicht, mich in eine theoretische Diskussion über die Notwendigkeit einer Palästina-Arbeit einzulassen oder gar schwungvolle Reden darüber zu halten. Die Zeit der Reden ist nun einmal vorbei, und ich glaube, daß 99 °/o unserer Gesinnungsgenossen bereits dahin gelangt sind, zu verstehen, daß die Palästina-Arbeit das Alpha und Omega, der Anfang und das Ende des ganzen Zionismus ist und nur einzig und allein sein kann. Ist der Weg, der zu dieser Arbeit führt, leicht, so 16*